Öffentlicher Dienst

Keine Einigung bei Tarifkonflikt in Sicht: Beamtenbund droht mit weiteren Streiks

Länder und Gewerkschaften verhandeln in der zweiten Runde über die Löhne im öffentlichen Dienst. Eine Einigung zeichnet sich nicht ab, es könnte weitere Streiks geben.

Zum Start der zweiten Verhandlungsrunde haben Tarifbeschäftigte demonstriert.
Zum Start der zweiten Verhandlungsrunde haben Tarifbeschäftigte demonstriert.Michael Bahlo/dpa

Im Tarifkonflikt um den öffentlichen Dienst der Länder bahnt sich weiterhin keine Einigung an. Die Gewerkschaft ver.di und der Beamtenbund dbb halten an ihren Forderungen fest, die der Verhandlungsführer der Länder, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), wiederum als „völlig überzogen“ bezeichnete.

Der Chef des Beamtenbunds dbb, Volker Geyer, hat unterdessen damit gedroht, Warnstreiks auszuweiten. Bei weiterer Uneinsichtigkeit der Ländervertreter würden die Gewerkschaften ihre Aktionen in den nächsten Wochen „massiv ausweiten müssen“, sagte Geyer. Von weiteren Streiks könnten Unikliniken, Straßenräumdienste und Schulen betroffen sein.

Beamtenbund: „Was fehlt, ist ein verhandlungsfähiges Gegenangebot“

Der Beamtenbund und ver.di haben für die Beschäftigten sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr gefordert. Sie vertreten mehr als 920.000 Tarifbeschäftigte. Insgesamt sind sogar mehr als zwei Millionen Beschäftigte betroffen, denn auf rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte wird der Abschluss in der Regel in den einzelnen Ländern übertragen. Nur Hessen hat einen anderen Tarifvertrag.

„Das ist angemessen und seit Mitte November bekannt“, sagte Geyer mit Blick auf die Forderungen der Gewerkschaften. „Was seit Monaten fehlt, ist ein verhandlungsfähiges Gegenangebot.“

Verdi-Chef Frank Werneke nannte Reallohnsteigerungen „notwendig“ und begründete diese mit der hohen Inflation während und nach der Pandemie. Der Verhandlungsführer der Länder wies das zurück. „Die Inflation ist zuletzt auf 1,8 Prozent zurückgegangen“, sagte Dressel. „Das muss man bei den Tarifverhandlungen berücksichtigen, alles andere wäre gegenüber den Steuerzahlern nicht ansatzweise zu vermitteln.“

Zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde war es zu einer Demonstration am Rande der Finanzministerkonferenz gekommen. „Wie oft haben wir uns in der Vergangenheit anhören müssen, dass die Kassen leer seien“, sagte Geyer. „Dabei ist es doch Aufgabe der Finanzministerinnen und -minister, sicherzugehen, dass in den Kassen genug für ihre Beschäftigten drin ist.“ (mit dpa)