Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienst haben in der bevorstehenden Ländertarifrunde sieben Prozent mehr Geld gefordert – monatlich jedoch mindestens 300 Euro mehr. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund verwiesen auf 600.000 unbesetzte Stellen im öffentlichen Dienst. Die Bundesländer müssten als Arbeitgeber attraktiv bleiben.
Die Leistungen der Beschäftigten müssten besser honoriert werden, forderte Verdi-Bundeschef Frank Werneke. Die Bundesländer stünden finanziell besser da als Bund und Kommunen. Die öffentlichen Verwaltungen befänden sich am Arbeitsmarkt im Wettbewerb. Der Bundesvorsitzende des Beamtenbunds, Volker Geyer, sagte zudem, wer Deutschland wieder fit für die Zukunft machen wolle, brauche dazu den öffentlichen Dienst Zahlreiche Preise würden weiter steigen, deshalb müssten auch die Löhne anziehen.
Tarifgemeinschaft lehnt Forderung ab
Die Tarifgemeinschaft der deutschen Länder (TdL) erteilte den Forderungen nach sieben Prozent Lohnsteigerung eine Absage. Die Beschäftigten der Länder verdienten natürlich Wertschätzung, „nicht zuletzt durch angemessene Lohnerhöhungen“, sagte der TdL-Vorsitzende und Hamburger Finanzsenator, Andreas Dressel (SPD). „Aber die geforderte Lohnerhöhung passt nicht in die Zeit und ist bei einer Inflationsrate von zwei Prozent völlig überzogen“, sagte Dressel.
Er sehe „jetzt äußerst schwere Verhandlungen auf uns zukommen“, so Dressel. Es sei auch nicht im Interesse der Gewerkschaften, „mit ritualisierten astronomischen Forderungen nicht erfüllbare Erwartungen zu wecken, die am Ende zu großen Enttäuschungen bei vielen Beschäftigten führen“.
