Der Krieg zwischen Pakistan und Afghanistan eskaliert weiter. Seit gestern Abend greift die pakistanische Luftwaffe Ziele in ganz Afghanistan an. Dabei wurde nach afghanischen Behörden ein Kampfflugzeug über Dschalalabad abgeschossen und der Pilot gefangen genommen.
„Ein pakistanischer Kampfjet wurde im sechsten Bezirk von Dschalalabad abgeschossen und sein Pilot lebend gefangengenommen“, sagte Polizeisprecher Tajeb Hammad. Der afghanische Armeesprecher Wahidullah Mohammadi bestätigte die Angaben. Anwohner berichteten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass der Pilot sich mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug gerettet habe.
Pakistan weist Abschuss-Behauptung zurück
Das pakistanische Außenministerium dementierte umgehend. „Das ist eine falsche Behauptung. Völlig unwahr“, erklärte Sprecher Tahir Hussain Andrabi. Pakistan hatte zuvor Luftangriffe auf Kabul und Kandahar geflogen und laut Informationsminister mindestens 37 Ziele in Afghanistan angegriffen. Der Wahrheitsgehalt beider Aussagen kann derzeit nicht überprüft werden.
Islamabad wirft den Taliban vor, extremistischen Gruppen wie den pakistanischen Taliban (TTP) Unterschlupf zu gewähren. Seit wenigen Tagen ist der seit Jahren schwelende Konflikt in einen „offenen Krieg“ eskaliert, wie der pakistanische Verteidigungsminister formulierte.
Internationale Reaktionen
Die US-Regierung stellte sich nach Meldung von France24 hinter Pakistan. „Wir unterstützen Pakistans Recht auf Selbstverteidigung gegen Taliban-Angriffe“, schrieb Allison Hooker, Unterstaatssekretärin im US-Außenministerium, auf X. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte beide Seiten zur Deeskalation auf und betonte, afghanisches Territorium dürfe nicht für Angriffe auf andere Länder genutzt werden.
Iran bot an, als Vermittler zwischen den Nachbarländern zu fungieren. Außenminister Abbas Araghchi erklärte, Teheran stehe bereit, „Dialog und Verständigung“ zu fördern. Auch China setzt eher auf Entspannung. „Als Nachbar und Freund ist China zutiefst besorgt über die Eskalation des Konflikts und zutiefst bestürzt über die dadurch verursachten Toten und Verletzten“, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking.


