Selbstmord

Messerattacke in Würzburg: Beschuldigter stirbt in der Polizeizelle

Ein Afghane griff drei Männer mit einem Messer an. Nun ist der mutmaßliche Täter in Polizeigewahrsam gestorben. Diese geht von einer Selbsttötung aus.

Der Afghane, der drei Männer mit einem Messer angegriffen hatte, beging wahrscheinlich Selbstmord.
Der Afghane, der drei Männer mit einem Messer angegriffen hatte, beging wahrscheinlich Selbstmord.Michaela Johannsen / dpa

Ein 35-jähriger Afghane hatte drei Männer mit einem Messer angegriffen. Die Polizei konnte ihn festnehmen. Heute gegen 6.40 Uhr wurde der Verdächtige leblos in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Würzburg gefunden. Laut Main-Post teilte eine Polizeisprecherin mit, dass „alles auf Suizid hindeute“.

Der Mann saß seit der Tat letzte Woche in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Würzburg hatte ihm versuchten Mord sowie versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die drei Opfer im Alter zwischen 51 und 68 Jahren erlitten bei dem Angriff im Würzburger Hauptbahnhof nur leichte Verletzungen. Sie hatten einen Infostand der Zeugen Jehovas betrieben, als der Täter sie angriff.

Passanten und ein Polizist in Zivil konnten den Angreifer überwältigen. Bis zu seinem Tod hatte sich der Verdächtige nicht zu der Tat geäußert.

Psychiatrische Vorgeschichte bekannt

Laut der Main-Post war der Afghane bereits im vergangenen Jahr zeitweilig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Er lebte seit 2023 in Deutschland. Der Asylantrag war abgelehnt worden, er verfügte jedoch über eine Duldung.

Ob die Tat extremistisch motiviert war, konnten die Ermittler weder bestätigen noch ausschließen. Mit dem Tod des Beschuldigten wird das Strafverfahren nach der Strafprozessordnung grundsätzlich eingestellt.

Hilfe-Nummern
Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist bei der Telefonseelsorge möglich.

Berliner Krisendienst: Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg: 030 390 63 – 10, Charlottenburg-Wilmersdorf: 030 390 63 – 20, Spandau: 030 390 63 – 30, Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee: 030 390 63 – 40, Reinickendorf: 030 390 63 – 50, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg: 030 390 63 – 60, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf: 030 390 63 – 70, Treptow-Köpenick: 030 390 63 – 80, Neukölln: 030 390 63 – 90

Kinder- und Jugendtelefon:
Das Angebot des Vereins Nummer gegen Kummer richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Sonnabend nehmen die jungen Berater des Teams Jugendliche beraten Jugendliche die Gespräche an.

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch Türkisch.

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischen, regionalen, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de.