Studium

Förderbank KfW senkt Zinsen für Studienkredit

Wer einen KfW-Kredit zur Finanzierung des Studiums aufnimmt, muss dafür Zinsen zahlen. Nach deutlichen Erhöhungen sinkt die Zinslast nun etwas.

Der Studienkredit soll die Lebenshaltungskosten abdecken, die nicht durch Bafög, Unterstützung durch Familien oder einen Nebenjob finanziert werden können. 
Der Studienkredit soll die Lebenshaltungskosten abdecken, die nicht durch Bafög, Unterstützung durch Familien oder einen Nebenjob finanziert werden können. Peter Kneffel/dpa

Frankfurt/Main-Ab dem 1. April wird der KfW-Kredit für Studierende günstiger. Der Zinssatz für neu abgeschlossene Verträge sinkt von bisher 9,01 Prozent effektiv auf 7,51 Prozent, wie eine Sprecherin der KfW auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Senkung des Zinssatzes ist auf einen Rückgang des Referenzzinses sowie auf gesunkene Bearbeitungskosten bei der Förderbank zurückzuführen, die durch die Einführung digitaler Bearbeitungs- und Antragsprozesse erreicht wurden. „Diesen Vorteil gibt die KfW an die Kunden weiter, da sie mit dem KfW-Studienkredit kein Geld verdienen will“, hieß es.

Wie hoch die Zinsen bereits laufender Studienkredite sind, hängt im Einzelfall davon ab, wann sie abgeschlossen wurden. Vom Rückgang des Referenzzinses profitieren den Angaben zufolge aber alle Kreditnehmer.

KfW-Studienkredit: Zinssatz wird zweimal im Jahr angepasst

Der Zinssatz für den Studienkredit wird halbjährlich jeweils zum 1. April und zum 1. Oktober neu festgesetzt. Der Referenzzins – der sogenannte Sechs-Monats-Euribor - war nach dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine den Angaben zufolge deutlich gestiegen, was den Studienkredit verteuerte

Hintergrund sind vor allem die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die zeitweise deutlich gestiegene Inflation. Inzwischen ist die Inflation auf dem Rückzug. Volkswirte erwarten eine Zinssenkung der Notenbank im Sommer.

Zwischenzeitlich hatte das Deutsche Studierendenwerk (DSW) explizit vor der Aufnahme eines KfW-Studienkredits gewarnt, da eine Schuldenfalle drohe.

Studienkredit: KfW verlangt keine Sicherheiten von Kreditnehmern

Die KfW bietet seit 2006 den Studienkredit an, für den keine Sicherheiten von den Kreditnehmern verlangt werden. Dieser Kredit wird ausschließlich aus eigenen Mitteln der KfW finanziert und nicht aus Haushaltsgeldern des Bundes. Die Förderbank strebt laut eigenen Angaben keine Gewinne an, muss jedoch ihre Kosten decken. Der Studienkredit soll die Lebenshaltungskosten abdecken, die nicht durch Bafög, Unterstützung durch Familien oder einen Nebenjob finanziert werden können.

Die maximale monatliche Unterstützung beträgt 650 Euro für höchstens 14 Semester, was einer Gesamtsumme von 54.600 Euro entspricht. Nach der letzten Auszahlung erfolgt eine 18-monatige Karenzzeit, gefolgt von der Rückzahlungsphase. Die Tilgung kann maximal 25 Jahre dauern.

Mithilfe von Studienkrediten finanzieren in Deutschland allerdings immer weniger Studierende ihre Ausbildung. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) vom vergangenen Sommer. Laut „CHE-Studienkredit-Test 2023“ ging die Zahl der neu abgeschlossenen Studienkredite 2022 auf 23.820 zurück. Das waren etwa 9000 Verträge oder 28 Prozent weniger als noch 2021. Damit setzt sich nach Beobachtung des CHE ein seit über 15 Jahren zu beobachtender Trend weiter fort.

Guten Morgen, Berlin Newsletter
Vielen Dank für Ihre Anmeldung.
Sie erhalten eine Bestätigung per E-Mail.