Großbritannien

Straße von Hormus: Starmer lehnt US-Blockade ab, plant „defensive“ Mission mit Macron

Starmer schließt eine Beteiligung an der US-Blockade iranischer Häfen aus. Gemeinsam mit Macron sei jedoch ein Gipfel zur Straße von Hormus geplant.

Der französische Präsident Emmanuel Macron (l.) und der britische Premierminister Keir Starmer bei einem Treffen im Januar
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l.) und der britische Premierminister Keir Starmer bei einem Treffen im JanuarLudovic Marin/AFP

Großbritannien wird sich nach Angaben von Premierminister Keir Starmer nicht an der von den USA angekündigten Seeblockade iranischer Häfen beteiligen. „Wir unterstützen die Blockade nicht“, sagte Starmer laut BBC. Jegliche Bemühungen seien derzeit darauf konzentriert, „dass die Meerenge wieder vollständig geöffnet wird“.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine US-Blockade des Schiffsverkehrs von und zu iranischen Häfen angekündigt. Das US-Zentralkommando Centcom teilte mit, die Blockade werde „unparteiisch gegen Schiffe aller Nationen“ durchgesetzt. Schiffe, die die Meerenge auf dem Weg zu nicht-iranischen Häfen passieren, seien davon nicht betroffen. Zuvor waren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad gescheitert.

Starmer: „Es gab beträchtlichen Druck“

„Egal wie groß der Druck ist – und es gab beträchtlichen Druck –, wir lassen uns nicht in den Krieg hineinziehen“, sagte Starmer laut BBC. Britische Minensuchboote und Drohnenabwehrkapazitäten seien dem Bericht zufolge zwar weiterhin in der Region im Einsatz, doch deren Aufgabe sei es nicht, die Meerenge zu blockieren.

Trump hatte laut BBC gegenüber Fox News erklärt, dass sich auch andere Länder an der Blockade der Meerenge beteiligen würden, ohne konkrete Namen zu nennen. Weiter sagte er: „Ich habe gehört, dass Großbritannien und ein paar andere Länder Minensuchboote schicken.“

Frankreich und Großbritannien planen Mission

Großbritannien will gemeinsam mit Frankreich in den kommenden Tagen einen Gipfel ausrichten, um eine multinationale Mission zum Schutz der Schifffahrt in der Meerenge vorzubereiten. Starmer sprach auf X von Gesprächen über einen „unabhängigen und multinationalen Plan zum Schutz der internationalen Schifffahrt nach Beendigung des Konflikts“.

„Diese rein defensive Mission, die von den Konfliktparteien unabhängig ist, soll eingesetzt werden, sobald es die Umstände erlauben“, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron auf X. Er forderte zudem eine diplomatische Gesamtlösung für den Nahostkonflikt, die Irans Nuklear- und Raketenprogramm, seine „destabilisierenden Aktivitäten in der Region“ sowie die Souveränität des Libanon einschließen müsse.

Durch die Straße von Hormus fließt normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen. Seit Kriegsbeginn ist der Schiffsverkehr in der Meerenge jedoch stark eingeschränkt. Großbritannien hatte laut Reuters bereits zuvor Vertreter von mehr als 40 Ländern zusammengebracht, die das Ziel einer freien Schifffahrt durch die Straße von Hormus teilen. Die USA waren an diesen Gesprächen nicht beteiligt.