Öl-Transport

Straße von Hormus: Iran stellt Japan Vereinbarung in Aussicht – Außenminister zurückhaltend

Der iranische Außenminister erklärt, Teheran könne japanischen Schiffen eine Passage durch die Straße von Hormus ermöglichen. Japans Außenminister reagiert vorsichtig.

Der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi
Der japanische Außenminister Toshimitsu MotegiKazuhiro Nogi/AFP

Japan hat nach Angaben des Außenministers Toshimitsu Motegi derzeit keine konkreten Pläne für Einzelverhandlungen mit dem Iran über eine Passage japanischer Schiffe durch die Straße von Hormus. „Das ist nichts, was wir zum jetzigen Zeitpunkt in Erwägung ziehen“, sagte Motegi laut Bloomberg am Sonntag in einer Sendung von Fuji Television.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte zuvor in einem Interview mit Kyodo News erklärt, Teheran sei bereit, japanischen Schiffen die sichere Durchfahrt durch die Meerenge zu ermöglichen, wenn sich Japan mit dem Iran darüber abstimme. Motegi sagte nun, Japan wolle sich darauf konzentrieren, „Bedingungen zu schaffen, unter denen jeder passieren kann“.

Japan von Öl-Importen aus dem Nahen Osten abhängig

Der Schiffsverkehr über die Straße von Hormus, eine wichtige Handelsroute für Öl, ist aufgrund des Iran-Kriegs seit Wochen stark eingeschränkt. Rund 90 Prozent der japanischen Erdöl-Importe stammen laut Bloomberg aus dem Nahen Osten, 45 Schiffe mit Verbindung zu Japan sind von der Blockade der Handelsroute betroffen.

Zuletzt sollen unter anderem Schiffe aus Indien und Pakistan die Straße von Hormus passiert haben. Ein japanischer Beamter erklärte laut Kyodo News, direkte Verhandlungen mit dem Iran seien der „wirksamste Weg“, die Blockade der Handelsroute aufzuheben – man müsse dabei jedoch vermeiden, die USA zu provozieren.

Straße von Hormus: Südkorea führt Gespräche mit dem Iran

Japan könnte zudem den Einsatz seiner Streitkräfte zur Minenräumung in der Straße von Hormus in Erwägung erziehen, so Motegi. „Wenn es zu einem vollständigen Waffenstillstand käme, dann könnten – rein hypothetisch gesprochen – Minenräumungsmaßnahmen in Betracht gezogen werden“, sagte er laut Reuters.

Japans Premierministerin Sanae Takaichi traf am Donnerstag in Washington US-Präsident Donald Trump, der sie aufforderte, sich stärker für die Öffnung der Meerenge einzusetzen. Takaichi habe Trump nach eigenen Angaben dargelegt, welche Unterstützung Japan unter seiner Gesetzgebung leisten könne und welche nicht, berichtete Reuters.

Japans Verfassung schränkt demnach militärische Auslandseinsätze stark ein. Ein Sicherheitsgesetz von 2015 erlaubt jedoch den Einsatz der Selbstverteidigungsstreitkräfte im Ausland, wenn ein Angriff, auch auf enge Sicherheitspartner, Japans Existenz bedroht und keine anderen Mittel verfügbar sind.

Auch Südkorea bemüht sich um eine Lösung für den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. Ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul erklärte laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap, man stehe in engem Austausch mit involvierten Staaten, darunter Iran. Am Freitag schloss sich Südkorea einer gemeinsamen Erklärung von sieben Ländern an, die iranische Angriffe auf Golfstaaten und die weitgehende Schließung der Straße von Hormus verurteilte.