Rund 15 Länder sind nach Angaben des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Pläne für eine Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus involviert. Die Länder „beteiligen sich unter französischer Führung an der Planung, um die Durchführung dieser rein defensiven Mission in Abstimmung mit dem Iran zu ermöglichen und die Wiederaufnahme des Verkehrs zu erleichtern“, erklärte Macron am Mittwoch, wie Reuters berichtet.
Auch Israel stimmte der Waffenruhe zu, das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erklärte jedoch, die Vereinbarung gelte nicht für den Libanon. Macron erklärte dazu laut der französischen Zeitung Le Parisien, es sei „unser Wunsch, sicherzustellen, dass der Waffenstillstand den Libanon vollständig einschließt“.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump eine „beidseitige Waffenruhe“ auf Truth Social verkündet, während Teheran sich nach Angaben des Außenministers Abbas Araghtschi im Gegenzug bereit erklärte, die strategisch wichtige Straße von Hormus vorerst für zwei Wochen wieder zu öffnen.
Nach Waffenruhe-Ankündigung: Ölpreise sinken deutlich
Über die Meerenge fließt normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Ölexporte. Aufgrund des Iran-Kriegs ist der Schiffsverkehr jedoch seit Wochen stark eingeschränkt. Rund 800 Schiffe sitzen derzeit im Persischen Golf fest, wie Bloomberg berichtet. Trump erklärte am Mittwoch, die USA würden „bei der Bewältigung des zunehmenden Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus helfen“. Details dazu nannte er nicht.
Die Unterbrechung des Öltransports sorgte auch in Europa für steigende Kraftstoffpreise. Mehrere Länder deckelten laut ADAC die Preise an Tankstellen, darunter Tschechien und Ungarn. Nach Ankündigung der Waffenruhe stürzte der Preis der Öl-Referenzsorte Brent aut Bloomberg zeitweise um bis zu 16 Prozent ab. Auch Preise für raffinierte Kraftstoffe wie Diesel und Kerosin brachen dem Bericht zufolge ein.
Der französische Premierminister Sébastien Lecornu forderte in diesem Zusammenhang: „Wenn die Weltmarktpreise sinken, müssen die Preise an den Tankstellen ebenso schnell fallen, wie sie gestiegen sind.“ Die Regierung werde dafür sorgen, dass dies geschieht, erklärte er auf X.

