Kein einziger von 18 getesteten Fahrradhelmen für Kinder konnte in allen Prüfkategorien überzeugen – das ist das zentrale Ergebnis eines gemeinsamen Tests von Stiftung Warentest und ADAC. Die Tester bezeichneten das Gesamtergebnis als „ernüchternd".
Untersucht wurden Helme für Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren. Zwar dämpften sämtliche Modelle Stöße spürbar ab und könnten so schwere Kopfverletzungen verhindern, erklärte Stiftung-Warentest-Fachfrau Anne Mandt. Doch bei genauerer Betrachtung zeigten sich durchgehend Schwächen: Helme mit guten Schutzeigenschaften schnitten beim Tragekomfort schlecht ab, während bequem sitzende Modelle im Dunkeln kaum sichtbar waren.
Teuerster Helm gehört zu den schwächeren Produkten
Besonders auffällig: Ausgerechnet das teuerste Modell im Testfeld zählte laut Mandt zu den schwächeren Produkten. Zwei Helme erhielten beim Prüfpunkt Unfallschutz lediglich die Note „ausreichend". Bei diesen beiden Modellen bestehe die Gefahr, dass sich die Riemen lockern, warnte Mandt. Im schlimmsten Fall könne der Helm bei einem Sturz verrutschen und dann nicht mehr optimal schützen.
Worauf Eltern beim Kauf achten sollten
Mandt empfiehlt Eltern, sich beim Kauf ausreichend Zeit zu nehmen und den Helm gemeinsam mit dem Kind anzuprobieren und korrekt einzustellen. Der Helm müsse waagerecht auf dem Kopf sitzen, etwa zwei Fingerbreit über den Augenbrauen. Der Kinnriemen solle mit zwei Fingern Abstand zum Hals geschlossen werden.
Der ADAC rät darüber hinaus zu Helmen mit möglichst guter Sichtbarkeit – also mit Reflexionsmaterial und aktivem Licht, bei dem sich die Batterie leicht tauschen oder aufladen lässt. Außerdem weist der Automobilclub darauf hin, dass ein Helm nach jedem Sturz ausgetauscht werden sollte: Viele Schäden seien mit bloßem Auge nicht erkennbar, könnten aber bei einem weiteren Aufprall die Schutzwirkung erheblich verringern.


