In jedem dritten untersuchten Spiel- und Bastelsand hat Stiftung Warentest krebserregendes Asbest nachgewiesen. Sechs von 18 getesteten Produkten enthielten die gefährliche Mineralfaser, die beim Einatmen Krebs auslösen kann. Sämtliche betroffenen Produkte wurden inzwischen aus dem Handel genommen.
Die Untersuchung folgt auf eine Reihe von Rückrufen im Februar, bei denen bereits mehrere bunte Sande wegen Asbestbelastung aufgefallen waren. Stiftung Warentest nahm daraufhin 18 Spiel- und Bastelsande unter die Lupe, die im Handel erhältlich waren. Diese Sande werden als Dekoration, als Spielmaterial wegen ihrer klebenden Eigenschaften oder zur Befüllung von dehnbaren Gummifiguren eingesetzt.
Die Tester stufen die Funde als besonders kritisch ein, da die Produkte für den Gebrauch in geschlossenen Räumen vorgesehen sind – genau dort ist Asbest am gefährlichsten. Einen Schwellenwert, unterhalb dessen die Fasern als unbedenklich gelten, gibt es laut Stiftung Warentest nicht. Wie hoch das individuelle Risiko ausfällt, hänge davon ab, wie viele Fasern über welchen Zeitraum eingeatmet werden und wie viele Fasern ein Produkt überhaupt freisetzt.
Dunkelblauer Dekosand von Heku am stärksten belastet
Am höchsten fiel die Belastung beim Produkt „Dekosand dunkelblau" des Anbieters Heku aus. Die Tester wiesen darin gleich zwei Asbestarten nach: Tremolit mit einem Massenanteil von etwa 1 bis 5 Prozent sowie Chrysotil, dessen Anteil je nach Probe stark schwankte – von nicht nachweisbar bis ebenfalls 1 bis 5 Prozent. Stiftung Warentest veranschaulicht die Menge: In hundert Gramm dieses Sandes könnten demnach 1 bis 5 Gramm Asbest stecken – eine Menge, die viele Millionen einzelner Fasern enthalten könne.
Bei fünf weiteren Produkten fanden die Experten das Asbestmineral Tremolit mit einem Massenanteil von jeweils unter einem Prozent: „Deco Farbsand pink" der Eurosand GmbH, „Deko-Sand" von idee Creativmarkt, „SabLimage Sandbilder Mini Tiere" von Sentosphère, „Pei You Toy Sand Painting" sowie „Magischer Space Sand lila" vom Moses Verlag.
Die belasteten Produkte von Heku und Pei You Toy stammen laut den Angaben aus China. Der Sand von Eurosand kommt nach Angaben des Anbieters aus Deutschland und Italien. Die übrigen drei Hersteller machen zur Herkunft ihres Sandes keine Angaben.
Stiftung Warentest hat alle betroffenen Anbieter informiert. Sämtliche Unternehmen haben reagiert und die belasteten Produkte vom Markt genommen. Da einige Produkte aus dem Online-Handel noch geprüft werden, aktualisiert Stiftung Warentest die Ergebnislisten fortlaufend auf ihrer Website.
Gewöhnlicher Sandkastensand ist von den Funden ausdrücklich nicht betroffen.


