Raumfahrt

Sternensensor: Thüringen fliegt zum Mond

Erste bemannte Mondmission seit über 50 Jahren. Wie Präzisionstechnik aus Jena das NASA-Raumschiff zum Mond steuert.

Das Firmengelände der Jena-Optronik GmbH in Jena.
Das Firmengelände der Jena-Optronik GmbH in Jena.Jens-Ulrich Koch/dpa

Am Mittwochabend, dem 1. April, startete mit Artemis 2 die erste bemannte Mission zum Mond seit Apollo 17 im Jahr 1972. Drei Männer und eine Frau hoben mit der Trägerrakete SLS ab, um den Mond zu umrunden. Ein zentrales Bauteil für die Navigation des Raumschiffs stammt aus Jena: ein sogenannter Sternensensor, entwickelt vom Unternehmen Jena-Optronik, wie Thüringen24 berichtet.

Der Sensor funktioniert als eine Art Kompass im Weltraum. Er erkennt Sternbilder mithilfe hochpräziser Optik und Bildverarbeitung und ermöglicht so die exakte Ausrichtung der Raumkapsel – selbst unter den extremen Bedingungen des Alls. Laut der Thüringer Staatskanzlei wäre „ohne diese Technologie eine präzise Navigation im Weltraum nicht möglich".

Besatzung wird nicht auf dem Mond landen

Während der zehntägigen Mission werden Navigation, Kommunikation und Lebenserhaltungssysteme unter realen Bedingungen getestet. Es handelt sich um einen Testflug, bei dem die Besatzung den Mond umrunden, aber nicht auf ihm landen wird.

Die Artemis-2-Mission markiert den Auftakt eines umfangreicheren NASA-Programms, das in späteren Phasen auch eine erneute Mondlandung vorsieht. Dass ein Schlüsselbauteil für die Navigation aus einer mittelgroßen deutschen Stadt stammt, unterstreicht die Rolle spezialisierter europäischer Zulieferer in der internationalen Raumfahrt.