Luftverkehr

Steigende Kerosinpreise: Das plant die Lufthansa

Der Irankrieg treibt die Treibstoffkosten. Lufthansa-Chef Spohr prüft Stilllegung von Teilen der Flotte und spricht von Preiserhöhungen.

Abgestellte Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Flughafen Frankfurt.
Abgestellte Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Flughafen Frankfurt.Lando Hass

Die Lufthansa bereitet sich auf drastische Maßnahmen vor, um den Folgen steigender Kerosinpreise infolge des Irankrieges zu begegnen. Wie Handelsblatt und Spiegel berichten, lässt Konzernchef Carsten Spohr derzeit prüfen, einen Teil der Flotte dauerhaft am Boden zu lassen. Bis zu 40 Maschinen könnten demnach stillgelegt werden – das entspräche rund fünf Prozent der gesamten Passagierkapazitäten.

Bevorzugt sollen dabei ältere Jets mit besonders hohem Treibstoffverbrauch aus dem Betrieb genommen werden. Das Unternehmen bestätigte, dass entsprechende Szenarien geprüft würden, betonte jedoch, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei.

Spohr sagte, man wolle „früh vorbereitet sein" angesichts der Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die Energiemärkte. Zwar habe Lufthansa den Treibstoffbedarf zu 80 Prozent gegen Preisschwankungen abgesichert – ein gängiges Verfahren, bei dem sich Unternehmen über Finanzinstrumente einen festen Preis für künftige Lieferungen sichern. Doch allein für die verbleibenden 20 Prozent des Kerosinbedarfs würden die gestiegenen Preise Mehrkosten von 1,5 Milliarden Euro verursachen.

Geplantes Wachstum steht auf der Kippe

Diese Zusatzbelastung werde Lufthansa an die Passagiere weitergeben müssen, erklärte Spohr den Berichten zufolge. Preiserhöhungen seien unvermeidlich. „Das wiederum wird sich auf die Nachfrage auswirken, es werden weniger Menschen reisen", wird der Lufthansa-Chef zitiert.

Auch die bisherigen Wachstumspläne des Konzerns geraten unter Druck: Das für 2026 angestrebte Kapazitätswachstum von vier Prozent sei unter den aktuellen Bedingungen wohl nicht mehr realistisch, räumte Spohr ein. Die Kombination aus höheren Betriebskosten, sinkender Nachfrage und geopolitischer Unsicherheit zwingt Europas größte Airline-Gruppe damit zu einer strategischen Neuausrichtung.