Heftige Explosion in Hafen

„Sea Baby“: Ukraine greift mit Unterwasserdrohnen russisches U-Boot an

Die SBU meldet einen Angriff auf ein U-Boot im Hafen am Schwarzen Meer. Eine Bestätigung von russischer Seite gibt es nicht. Ändert das den Krieg noch?

Diese Aufnahme soll die Explosion zeigen (Screenshot)
Diese Aufnahme soll die Explosion zeigen (Screenshot)SBU

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat eigenen Angaben zufolge erstmals ein russisches U-Boot mit Unterwasserdrohnen angegriffen. Am heutigen Montag sollen demnach Drohnen vom Typ „Sea Baby” ein U-Boot der Warschawjanka-Klasse (NATO-Code: Kilo/Kilo II) im Hafen von Noworossijsk getroffen und schwer beschädigt haben.

Das hunderte Millionen Euro teure Kriegsschiff wurde dabei schwer beschädigt und außer Gefecht gesetzt. Die russische Seite bestätigt das bislang nicht. Informationen aus Geheimdienstquellen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Laut SBU verfügte das U-Boot über vier Abschussvorrichtungen für Kalibr-Marschflugkörper, die Russland für Angriffe auf Zile im Land einsetzt. Der Angriff auf das U-Boot soll eine gemeinsame Operation der 13. Hauptabteilung für militärische Spionageabwehr des SBU und der ukrainischen Marine gewesen sein.

Was sind die „Sea Baby”-Unterwasserdrohnen?

Bei den eingesetzten „Sea Baby” handelt es sich um unbemannte Unterwasserfahrzeuge (UUV), die speziell für Sabotageeinsätze und Angriffe unter Wasser entwickelt wurden. Diese autonomen Unterwasserfahrzeuge (AUV) können mit Sprengladungen ausgestattet werden und so gezielt militärische Ziele wie Schiffe oder Hafenanlagen angreifen.

Die „Sea Baby“-Drohne zeichnet sich durch eine hohe Reichweite und flexible Steuerung aus. Das macht sie für den Einsatz im Seekrieg, etwa im Schwarzen Meer, besonders wertvoll. Ihr Einsatz steht beispielhaft für die asymmetrische Kriegsführung der Ukraine, die moderne Drohnentechnologie nutzt, um der überlegenen russischen Marine empfindliche Verluste zuzufügen.

Strategische Bedeutung für den Seekrieg im Schwarzen Meer

Das getroffene U-Boot der Warschawjanka-Klasse, das über einen besonders leisen Antrieb und moderne Waffensysteme verfügt, war nach vorherigen ukrainischen Angriffen mit Überwasserdrohnen aus Sewastopol auf der Krim nach Noworossijsk verlegt worden. Der Hafen Noworossijsk hat für die russische Schwarzmeerflotte strategische Bedeutung, da er nach den Angriffen auf Sewastopol bislang als sicherer Rückzugsort galt.

Bereits im September 2023 wurde ein weiteres U-Boot derselben Klasse, die „Rostow am Don”, bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die Sewastopoler Werft schwer beschädigt.

Der Einsatz von Unterwasserdrohnen markiert eine neue Stufe der Seekriegsführung und verändert das Kräfteverhältnis im Schwarzen Meer nachhaltig. Die Entwicklung ukrainischer Marinedrohnen zeigt, wie moderne Technologien klassische Marineoperationen herausfordern und die Operationsfähigkeit Russlands im Schwarzen Meer schwächen.