Ein Erdbeben der Stärke 6,1 hat die westtürkische Stadt Sindirgi erschüttert. Das Beben ereignete sich am späten Montagabend und war auch in Istanbul und Izmir zu spüren, wie die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD mitteilte. Nach den Worten des türkischen Innenministers Ali Yerlikaya stürzten mehrere Gebäude ein, Menschen sollen sich jedoch nicht unter den Trümmern befinden. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.
Türkischen Medienberichten zufolge bleiben die Schulen in der betroffenen Region am Dienstag geschlossen. Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte demnach in einer Botschaft zum Erdbeben: „Die Untersuchungsarbeiten vor Ort dauern an. Wir beobachten den Verlauf aufmerksam. Ich wünsche unseren Bürgern eine baldige Genesung.“ Unterdessen blieben die Schulen in Balıkesir für einen Tag geschlossen..
Im August hatte ein Beben derselben Stärke Sindirgi erschüttert, dabei kam ein Mensch ums Leben. Dutzende Menschen wurden zudem verletzt. Zuvor hatte im Juni im Westen der Türkei die Erde gebebt und die Region rund um die Stadt Marmaris bis hin zur griechischen Insel Rhodos erschüttert.
Warum kommt es in der Region öfter zu Erdbeben?
Die Region liegt an einem besonders aktiven tektonischen Schnittpunkt: Der Westen der Türkei befindet sich auf der Anatolische Platte, die von den größeren Platten der Eurasische Platte und der Arabischen Platte und Afrikanischen Platte „eingekeilt“ wird und sich westwärts verschiebt.
Dabei verlaufen mehrere große Verwerfungen durch die Türkei, unter anderem die Nordanatolische Verwerfung im Norden und die Ostanatolische Verwerfung im Südosten, entlang derer sich Spannungen entstehen und durch ruckartige Verschiebungen entladen. Dadurch kommt es in der Region vergleichsweise häufig zu Erdbeben. (mit AFP)

