Die Lufthansa hat laut der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ein Schlichtungsangebot in den laufenden Tarifkonflikten abgelehnt. Die Streiks der Piloten werden daher fortgesetzt, während auch das Kabinenpersonal die Arbeit niederlegt. All das geschieht mitten in den Feierlichkeiten zum 100. Firmenjubiläum. Wie schon seit Beginn der Streikwelle am Montag werden bis Freitag zahlreiche weitere Flüge ausfallen, auch am BER.
Gewerkschaftssprecher Andreas Pinheiro kritisierte die Ablehnung des Schlichtungsverfahrens scharf. Die Lufthansa habe zur Bedingung gemacht, neben den offenen Tarifkonflikten auch bereits abgeschlossene Tarifverträge mit langer Laufzeit einzubeziehen. „Das ist in etwa so, als würde bei der Novellierung einer Verordnung auch gleich das Grundgesetz zur Disposition gestellt“, so Pinheiro. Wer ein solches Angebot ausschlage, nehme in Kauf, dass sich die Auseinandersetzungen weiter zuspitzten.
Die Lufthansa sieht das anders. Nach der gescheiterten Schlichtung sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters, man wolle noch einmal auf die VC zugehen: „Für einen gemeinsamen Neustart müssen deshalb alle unseren großen tariflichen Themen Bestandteil einer solchen Schlichtung sein: die Alters- und Übergangsversorgung, die Vergütung und auch die Einsatzbedingungen.“ Das Unternehmen hatte zuvor mit Unverständnis auf die Streiks der Piloten reagiert und die geforderte Verdopplung der „ohnehin schon überdurchschnittlichen“ Altersvorsorge abgelehnt.
Hunderte Flüge gestrichen, Proteste bei Jubiläumsfeier
Die Auswirkungen sind massiv: Allein am Mittwoch fielen in Frankfurt laut Fraport über 580 Flüge aus, in München rund 380. Rund 40 Flüge pro Tag werden am Berliner Flughafen BER wegen der Streiks gestrichen. Die Lufthansa rät Fluggästen, online oder per App über das sogenannte Hilfe-Center zu prüfen, ob der eigene Flug betroffen ist.


