Lars Klingbeil und Saskia Esken sind beide Parteivorsitzende der SPD. Doch während Lars Klingbeil Vizekanzler und Finanzminister der neuen Regierung wird und groß abräumt, geht Esken ohne alles nach Hause.
Was ihr bleibt, ist ein Sitz im Bundestag. Gleich neben Olaf Scholz und den anderen Wahlverlierern. Doch der Ex-Kanzler holte in seinem Potsdamer Wahlkreis noch das Direktmandat. Saskia Esken kam in ihrem Wahlkreis in Calw (Baden-Württemberg) nur auf Platz drei, hinter CDU und AfD. Schließlich zog sie auf Platz eins ihrer Landesliste noch in den Bundestag ein. Nach ihrer jetzigen Nicht-Berücksichtigung ist unklar, ob Saskia Esken überhaupt als Parteivorsitzende noch mal antreten wird. Esken, die nach Informationen der Berliner Zeitung unbedingt Ministerin werden wollte, droht die Bedeutungslosigkeit.
Sie ist damit nicht der einzige SPD-Vertreter, der offenbar aus dem Kabinett gemobbt wurde. Der bisherige Arbeitsminister Hubertus Heil, Innenministerin Nancy Faeser, Gesundheitsminister Karl Lauterbach, Entwicklungsministerin Svenja Schulze und Bauministerin Klara Geywitz scheiden aus. Zum Teil kommt der Schritt freiwillig, zum Teil überhaupt nicht. Der einzige, der aus dem alten Kabinett weitermachen darf, ist Verteidigungsminister Boris Pistorius.