Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) ist gestorben. Die Politikerin verstarb im Alter von 88 Jahren. Süssmuth war von 1985 bis 1988 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter Bundeskanzler Helmut Kohl. Im Jahr 1986 wurde das Ministerium auf ihre Initiative hin in „Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit“ umbenannt.
Von 1988 bis 1998 war sie Präsidentin des Deutschen Bundestages. Mit fast 10 Jahren war ihre Amtszeit die drittlängste in der Geschichte des Bundestages. In ihre Amtszeit fiel der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung.
„Eine der bedeutendsten Politikerinnen“: Klöckner würdigt Süssmuth
Sie leitete die nach Vollendung der deutschen Einheit notwendig gewordene Reform des Parlaments ein und bereitete dessen Umzug nach Berlin vor. Von 1986 bis 2001 diente Süssmuth als Präsidentin der Frauen Union (die Organisation der weiblichen Mitglieder der CDU). Von 1987 bis 2002 war sie Teil des Deutschen Bundestags.
„Rita Süssmuth war eine der bedeutendsten Politikerinnen der Bundesrepublik“, so die amtierende Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). „Als Parlamentarierin und Bundesministerin war Rita Süssmuth eine leidenschaftliche Vordenkerin in der Frauen- und Familienpolitik und trieb die Gleichberechtigung von Frauen voran“.
Ihre Politik während der Aids-Krise, die in Süssmuths Amtszeit als Familienministerin viel, sei „bahnbrechend“ gewesen, so Klöckner. „Sie wandte sich entschieden gegen jede Form der Ausgrenzung und legte die Grundlage für die erfolgreiche HIV-Prävention in Deutschland“.
Das Amt der Bundestagspräsidentin habe sie „in historisch bedeutsamen Zeiten“ übernommen. Die deutsche Wiedervereinigung habe sie gemeinsam mit Sabine Bergmann-Pohl, der damaligen Präsidentin der DDR-Volkskammer, zur ‚Stunde der Parlamente‘ erklärt.

