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Reisebranche durch Iran-Krieg belastet: Preisanstiege drohen

Das Geschäftsklima bei Reiseveranstaltern stürzt ab und viele Buchungen sind vom Nahost-Konflikt betroffen. Mehr Unternehmen rechnen mit Preiserhöhungen.

Ägypten gehört zu den beliebten Reisezielen, die durch den Iran-Krieg stark eingeschränkt sind.
Ägypten gehört zu den beliebten Reisezielen, die durch den Iran-Krieg stark eingeschränkt sind.Mike Nelson/epa/dpa

Das Geschäftsklima in der deutschen Reisebranche hat sich im März drastisch verschlechtert. Der Branchenindikator des Ifo Instituts fiel auf minus 41,7 Punkte. Es ist der schlechteste Wert im angegebenen Zeitraum seit 2023. Zuvor waren es minus 14,8 Punkte im Februar. Reisebüros und Reiseveranstalter bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Aussichten erheblich schlechter, wie das Institut am Freitag mitteilte.

Hauptursache ist die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten Ende Februar. „Die geopolitische Situation führt zu hoher Verunsicherung bei Reisenden und Reiseunternehmen, besonders für Reisen über die Golfstaaten im Nahen Osten“, erklärte Ifo-Branchenexperte Patrick Höppner.

Seit der Eskalation wurden Reisewarnungen für wichtige Transitländer mit Drehkreuzflughäfen in der Golfregion ausgesprochen. Das hat weitreichende Folgen: Laut Statistischem Bundesamt hatten 2025 rund 2,7 Millionen Passagiere von deutschen Flughäfen ein erstes Streckenziel in Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das entspricht etwa 5,9 Prozent aller Passagiere mit einem Ziel außerhalb der EU.

Zusätzlich grenzen mit der Türkei und Ägypten zwei der beliebtesten Reiseziele an die Konfliktregion. Rund 20,3 Prozent aller Flugreisenden mit Zielen außerhalb der EU steuerten die Türkei an, weitere 4,8 Prozent Ägypten.

Reiseunternehmen planen Preiserhöhungen

Der Zeitpunkt trifft die Branche besonders hart: Januar und Februar gelten als buchungsstärkste Monate. „Viele Reisebüros und Reiseveranstalter mussten für bereits gebuchte Reisen in oder über Länder im Nahen Osten Umbuchungen oder Stornierungen vornehmen“, sagte Höppner.

Neben der Buchungsflaute drohen steigende Kosten für Reisende. Der Anteil der Unternehmen, die mit höheren Preisen rechnen, ist im März gestiegen. Das liege vor allem an gestiegenen Treibstoffkosten. „Ein Anstieg der Inflationsrate dürfte die Reisebudgets vieler  Urlauber im weiteren Jahresverlauf belasten“, warnte Höppner.