Südkorea erwägt angesichts steigender Ölpreise die Ausweitung von Fahrverbots-Regeln auf die Allgemeinheit. Finanzminister Koo Yun‑cheol sagte, sollte sich der Konflikt im Nahen Osten weiter verschärfen und der Ölpreis auf 120 bis 130 Dollar pro Barrel steigen, könnte die Regierung die bereits für den öffentlichen Sektor geltende fünf‑Tage‑Fahrzeugrotation ausweiten.
Die Regierung hatte die Alarmstufe ihres vierstufigen nationalen Warnsystems in der vergangenen Woche auf die zweite Stufe erhöht und dabei mögliche Störungen der Rohölversorgung als Grund angegeben, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Die Preise für die Referenzsorte Brent lagen am Montagmorgen bei etwa 115 Dollar pro Barrel Öl.
Südkorea: Fünf-Tage-Rotation für Fahrzeuge
„Sollte sich die Lage verschärfen, müssen wir möglicherweise die nationale Ressourcenkrise auf Stufe drei anheben“, sagte Koo laut Yonhap in einem Interview mit dem Fernsehsender KBS. „In diesem Fall würden wir das Fahrzeugrotationssystem auf den Privatsektor ausweiten und die Zusammenarbeit der Öffentlichkeit suchen.“
Die Regierung hat einem Bloomberg-Bericht zufolge bereits den Zugang von Beamten zu Regierungsgebäuden per Auto beschränkt und dafür eine fünf‑Tage‑Rotation für Behörden eingeführt, bei der Fahrzeuge nach Endziffern der Kennzeichen nur an vier von fünf Werktagen fahren dürfen. Im Falle einer Ausweitung der Maßnahme auf die gesamte Bevölkerung wären dies die ersten allgemeinen Fahrbeschränkungen in Südkorea seit dem Golfkrieg 1991.
Großkonzerne wie Samsung Electronics und SK Group haben Reuters zufolge ebenfalls Maßnahmen zur Reduzierung von Autofahrten und Energiesparen eingeleitet, darunter Appelle an Mitarbeiter, auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrräder umzusteigen.
Südkorea importiert laut Reuters rund 70 Prozent seines Rohöls aus dem Mittleren Osten und ist damit stark von Versorgungsengpässen und Preisschwankungen abhängig. Das Finanzministerium erklärte dem Bericht zufolge, dass die Frage obligatorischer Fahrbeschränkungen für den Privatsektor noch nicht entschieden sei.


