Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat am heutigen Freitag den Einsatz von 2200 Soldaten der südafrikanischen Streitkräfte genehmigt. Diese sollen gemeinsam mit der Polizei Kriminalität bekämpfen und die öffentliche Ordnung sichern. Diese Entscheidung wurde dem Parlament mitgeteilt, wie das Präsidialamt angibt. Die Maßnahme ist Teil der „Operation Prosper“ gegen illegalen Bergbau und Bandentum.
Nach Angaben des Präsidialamts werden die Soldaten in Eastern Cape, Free State, Gauteng, North West und Western Cape eingesetzt. Die Entsendung gilt rückwirkend vom 1. März 2026 bis zum 31. März 2027. Die Kosten des Einsatzes veranschlagt die Präsidentschaft auf rund 823 Millionen Rand (etwa 42 Millionen Euro).
Einsatz auf mehr als ein Jahr angelegt
Ramaphosa hatte den Schritt bereits in seiner Rede zur Lage der Nation am 12. Februar angekündigt. Dort nannte er organisierte Kriminalität die unmittelbarste Bedrohung für Demokratie, Gesellschaft und wirtschaftliche Entwicklung. Er verwies auf Bandengewalt in der Provinz Western Cape und auf illegalen Bergbau in Gauteng. Zugleich kündigte er an, 5500 zusätzliche Polizisten einzustellen.
Wie AP berichtet, begann ein erster größerer Einsatz bereits am Mittwoch in den Johannesburger Vierteln Riverlea und Westbury. Dort durchsuchten Soldaten Wohnblöcke und patrouillierten mit gepanzerten Fahrzeugen. Nach AP-Angaben soll ein erstes Kontingent von 550 Soldaten zunächst bis Ende April in Gauteng im Einsatz bleiben.
Der landesweite Einsatz konzentriert sich laut AP und den dem Parlament übermittelten Angaben auf zwei Felder. In Gauteng, North West und Free State geht es vor allem um illegalen Goldbergbau. In Western Cape und Eastern Cape liegt der Schwerpunkt auf Bandengewalt.
Illegaler Bergbau und Gewalt bleiben großes Problem
Die Regierung begründet den Schritt mit einer angespannten Sicherheitslage. Nach den offiziellen Kriminalitätszahlen für Oktober bis Dezember 2025 bleibt das Niveau schwerer Gewalt laut AP hoch, besonders im Zusammenhang mit Banden.
Illegale Bergbaunetzwerke sind in Südafrika seit Jahren ein großes Problem. AP berichtet, dass vor allem in stillgelegten Goldminen bewaffnete Gruppen aktiv sind, die mit grenzüberschreitenden kriminellen Syndikaten in Verbindung gebracht werden. Der neue Militäreinsatz soll diese Strukturen ebenso treffen wie gewaltsame Banden in den Städten.
Kritiker sehen den Schritt dennoch skeptisch. Nach Angaben von AP werten einige Oppositionsparteien den Armeeeinsatz als Zeichen dafür, dass die Polizei die Kriminalität allein nicht in den Griff bekommt. Ramaphosa hatte dem entgegengehalten, der Einsatz sei sorgfältig abgewogen worden und die Soldaten würden unter Führung der Polizei arbeiten.


