Am kommenden Montag, dem 23. März, werden die meisten Apotheken in Deutschland geschlossen bleiben. Mehr als 160.000 Beschäftigte protestieren für eine Stärkung der Apotheken. In Berlin findet eine der vier zentralen Kundgebungen statt, weitere sind in München, Düsseldorf und Hannover geplant. Zur Akutversorgung mit Medikamenten stehen bundesweit über 1000 Notdienstapotheken rund um die Uhr bereit.
Ausgerufen hat den Protesttag die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände mit ihren 17 Mitgliedskammern und -verbänden. Es ist der erste bundesweite Apothekenprotest mit flächendeckenden Schließungen seit dem 14. Juni 2023.
Honorarerhöhung aus dem Koalitionsvertrag noch nicht umgesetzt
Die letzte Erhöhung des Apothekenhonorars – also der Vergütung, die Apotheken für ihre Dienstleistungen erhalten – liegt 13 Jahre zurück. Gleichzeitig seien die Betriebskosten laut ABDA um mehr als 65 Prozent gestiegen. ABDA-Präsident Thomas Preis spricht in der ABDA-Pressemitteilung von einer „chronischen Unterfinanzierung“, die jedes Jahr hunderte Apotheken zur Aufgabe zwinge. Seit 2013 hätten rund 20 Prozent aller Apotheken schließen müssen.
Preis verweist auf den Koalitionsvertrag von Union und SPD, in dem eine Honorarerhöhung konkret vorgesehen ist. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte zuletzt am 27. Februar im Bundestag versichert, dass die Honorarerhöhung kommen und eine gesonderte Verordnung dazu im Frühjahr auf den Weg gebracht werden soll. Die ABDA fordert eine rasche Umsetzung.


