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Politik-Thriller verbindet DDR und Island: ZDF lässt Miniserie in Berlin drehen

Deutsche und isländische Produktionsfirmen drehen in Berlin und Reykjavik eine neue DDR-Serie. Sie verbindet die Nachwendezeit mit der schweren Finanzkrise in Island.

Jörg Schüttauf und Stefania Berndsen spielen die Hauptrollen in der geplanten ZDF-Serie.
Jörg Schüttauf und Stefania Berndsen spielen die Hauptrollen in der geplanten ZDF-Serie.Owen Fiene/ZDF

Vor der Kulisse zweier historischer Umbrüche entsteht derzeit in Berlin eine internationale Miniserie. Das ZDF lässt unter dem Arbeitstitel „Vanished – Cold Silence“ eine Serie drehen, die die Nachwendezeit der DDR mit dem Finanzcrash in Island verknüpft.

Es soll sich dabei um eine Mischung aus politischem Thriller und Familiendrama handeln, wie das Medienmagazin DWDL berichtet.

Die vier rund 45-minütigen Folgen produziert die Leipziger Saxonia Media gemeinsam mit der isländischen ZikZak Filmworks. Koproduktionspartner sind das ZDF in Zusammenarbeit mit Arte, dem isländischen Anbieter Siminn und dem dänischen DR. Die Dreharbeiten in Berlin und Umgebung laufen nach Angaben der Produktionsfirma vom 14. bis 29. April 2026, in Reykjavik und Umgebung wurde bereits vom 17. Februar bis 30. März gedreht. Ein Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.

Jörg Schüttauf und Stefania Berndsen in den Hauptrollen

In den Hauptrollen stehen Jörg Schüttauf und die Isländerin Stefania Berndsen vor der Kamera. Berndsen spielt die deutsch-isländische Polizistin Anna Becker, deren Vater 1991 spurlos verschwand. Als Bauarbeiter 2010 in Berlin eine mumifizierte Leiche entdecken, ermittelt sie gemeinsam mit dem Berliner Kommissar Mathias Neumann (Schüttauf). Die Spur führt nach Angaben der Produktionsfirma zu DDR-Seilschaften, Treuhand-Korruption und Machtmissbrauch in hohen politischen Kreisen.

Zum weiteren Ensemble zählen unter anderem Thomas Thieme, Thomas Arnold, Philipp Moog und Paula Mauruschat. Regie führt Oskar Thor Axelsson, die Drehbücher stammen von Mikael Torfason und Craig Young. Produzentinnen sind Franziska Lindner, Britta Hansen und Birgitta Bjoernsdottir, Executive Producer sind Sven Sund und Thor Sigurjonsson.

Ende der DDR und Island-Finanzkrise in Verbindung

„Zwei historische Umbrüche parallel zu erzählen, hat uns sehr gereizt“, erklärten Lindner, Hansen und Sund in einer gemeinsamen Mitteilung. Es gehe um eine bislang unerzählte Verbindung zwischen Island und der DDR. „Was passiert mit einer Gesellschaft, wenn alles wegbricht? Welche Kräfte werden stark?“, fragten die Produzenten. Das Verschwinden der DDR habe tiefe Spuren hinterlassen, der Beinahe-Bankrott Islands ebenso.

Gefördert wird die Produktion vom Medienboard Berlin-Brandenburg, der Mitteldeutschen Medienförderung und dem Nordisk Film & TV Fond. Den Weltvertrieb übernimmt ZDF Studios.