Klage in den USA

Patente für Impfstoffe: Bayer verklagt Moderna, Pfizer und Biontech

Der Pharmakonzern Bayer wirft den Corona-Impfherstellern Moderna, Pfizer und Biontech eine Patentverletzung vor. Das Unternehmen fordert eine Entschädigung.

Ein Arzt hält eine Schale mit Corona-Impfstoff in der Hand.
Ein Arzt hält eine Schale mit Corona-Impfstoff in der Hand.Fabian Sommer/dpa

Der Pharmakonzern Bayer verklagt die Hersteller von Corona-Impfstoffen Moderna, Pfizer und Biontech, wie ein Sprecher des Unternehmens laut der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte. Die Klage sei am Dienstag bei einem US-Bundesgericht in Delaware eingereicht worden. Bayer wirft den Herstellern demnach vor, bei dem Einsatz ihrer mRNA-Technologie zur Herstellung von Impfstoffen das Patentrecht verletzt zu haben.

In der Klage wird laut Reuters behauptet, die Unternehmen hätten eine von Monsanto in den 1980er-Jahren entwickelte Technologie kopiert. Diese Technik habe ursprünglich dazu gedient, mRNA in Pflanzen zu stabilisieren, und sei nun für die Stabilisierung von genetischem Material in ihren Impfstoffen genutzt worden.

Bayer fordert Entschädigung

Bayer reichte in New Jersey am Dienstag außerdem eine Klage gegen den US-Pharmakonzern Johnson&Johnson ein. Das Unternehmen wirft dem Impfhersteller Reuters zufolge vor, bei der Herstellung seiner Impfstoffe ein DNA-basiertes Verfahren ohne Erlaubnis genutzt zu haben. Johnson&Johnson hatte den Verkauf seines Corona-Impfstoffs in den USA bereits vor Jahren eingestellt.

Die Klagen von Bayer reihen sich in weitere Patentverfahren rund um Covid-Impfstoffe ein. So hatte etwa Moderna im Jahr 2022 eine Klage gegen Pfizer und Biontech eingereicht. Moderna warf den Unternehmen einem CNBC-Bericht zufolge vor, bei der Entwicklung ihres Corona-Impfstoffs eine Technologie kopiert zu haben, die Moderna bereits zuvor entwickelt hatte.

Pfizer und Biontech erreichten im Jahr 2024 durch den Verkauf ihres Impfstoffs Comirnaty einen Umsatz von mehr als 3,3 Milliarden US-Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) weltweit, Moderna mit seinem Impfstoff Spikevax rund 3,2 Milliarden Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro), berichtete Reuters unter Berufung auf Unternehmensberichte.

Bayer, das keine Corona-Impfstoffe herstellt oder vertreibt, erklärte laut Reuters, es wolle andere Unternehmen nicht an der Herstellung ihrer Impfstoffe hindern. Das Unternehmen hat vor Gericht jedoch eine Entschädigung beantragt, deren genaue Summe nicht beziffert wurde.