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Papst-Äußerungen sorgen für Kontroverse auf X und anderen sozialen Medien

Der Papst hat die Ukraine aufgefordert, in Friedensgespräche mit Russland einzutreten. Die Reaktionen fallen kontrovers aus.

Papst Franziskus
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Der Papst hat in einem Interview gesagt, dass es Zeit wird, in Russlands Krieg gegen die Ukraine in Verhandlungen einzusteigen. „Wenn du deine Niederlage siehst, wenn du siehst, dass es nicht weitergeht, muss man den Mut haben, zu verhandeln,“ sagte der Papst und wurde auf vielen internationalen Portalen, so etwa auch auf Zeit Online, zitiert. „Ich glaube, derjenige ist stärker, der die Lage erkennt, der ans Volk denkt und den Mut zur weißen Flagge hat, zum Verhandeln“, sagte Franziskus.

Bei Twitter lösten die Sätze des Papstes viel Kritik aus. Paul Ronzheimer von der Bild schrieb: „Der Papst ist für Frieden in der Ukraine einfach: Völlig egal. Das hat er schon ganz zu Beginn des Krieges bewiesen, als er nicht nach Kyiv kommen wollte, um sich schützend vor die Zivilisten zu stellen. Von ‚weißer Flagge‘ zu sprechen, während in den gleichen Minuten Ukrainer in den besetzten Gebieten gefoltert, vergewaltigt und getötet werden, ist beschämend.“

Die Journalistin Liane Bednarz schrieb: „Ich bin es jetzt leid mit diesem Papst, den ich immer wieder gegen Rechtskatholiken verteidigt habe. Aber wie er sich von Beginn des Kriegs an im Sinne eines ‚both sides‘ zur Ukraine verhalten hat, war schon indiskutabel. Das nun toppt alles. Unfassbar.“

Roderich Kiesewetter von der CDU kommentierte: „Unglaublich, das Oberhaupt der katholischen Kirche stellt sich auf die Seite des Agressors. Wie traurig! Papst fordert von UKR ‚weiße Fahne zu hissen + ein Ende des russ. Angriffskrieges auszuhandeln‘. Er liefert Putin Blaupause für weiteres Vorgehen.“

Viele Twitter-Nutzer verwiesen auf Papst Johannes Paul II. und drückten ihr Bedauern aus, dass nicht der Pole aktuell Papst sei.

Die Politologin Ulrike Guérot schrieb wiederum: „Weiße Fahne statt Eskalation!“ Sie setzte damit ein Zeichen der Affirmation gegenüber dem Papst.

Robin Alexander, Journalist bei der Welt, schrieb wiederum spöttisch: „Auch ich bin bestürzt, was dieser so unglücklich kommunizierende Papst wieder gesagt hat. Aber auf Twitter mitzuverfolgen, wie manche Grüne nach Adenauer und Reagan nun Johannes Paul II für sich entdecken, das hat schon was ...“