Südasien

Pakistan startet „Militäroperation“ gegen Indien

Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan eskalieren weiter. Indische Kampfjets sollen Militärstützpunkte im Nachbarland attackiert haben. Pakistan reagiert.

Indien, Srinagar: Indische Soldaten stehen Wache auf einem Markt im indisch kontrollierten Kaschmir.
Indien, Srinagar: Indische Soldaten stehen Wache auf einem Markt im indisch kontrollierten Kaschmir.Mukhtar Khan/dpa

Pakistan hat angekündigt, am frühen Samstag eine „Militäroperation“ gegen Indien eingeleitet zu haben. Ziel der Aktion seien mehrere militärische Einrichtungen gewesen, darunter ein Raketenlager in Nordindien. Die Operation sei eine Reaktion auf die „indische Aggression“ gewesen. Pakistan zufolge habe Indien zuvor Raketen auf wichtige pakistanische Militärstützpunkte abgefeuert.

Zugleich meldete Indien neue pakistanische Angriffe auf seine Grenzregionen. „Pakistans eklatante Eskalation mit Drohnenangriffen und weiterer Munition entlang unserer Westgrenze geht weiter“, teilte Indiens Armee auf X mit. In Srinagar, der Hauptstadt des indischen Teils von Kaschmir, wurden laute Explosionen gemeldet.

Am Mittwochmorgen war der jahrzehntealte Kaschmir-Konflikt militärisch eskaliert: Indien bombardierte mehrere Ziele in Pakistan, Islamabad antwortete mit Artilleriefeuer. Seitdem wurden mindestens 50 Menschen getötet. International löste die Verschärfung der Lage Besorgnis aus. Die USA, Deutschland und die EU-Kommission riefen beide Seiten zur Deeskalation auf.

Auslöser des Wiederaufflammens des Konflikts war ein Anschlag auf indische Touristen, bei dem am 22. April im indischen Teil Kaschmirs 26 Menschen erschossen wurden. Indien wirft Pakistan die Unterstützung des Anschlags vor, die pakistanische Regierung weist die Vorwürfe zurück. Es handelt sich um die schwerste Konfrontation seit Jahrzehnten zwischen den beiden verfeindeten Nachbarländern, die bereits zwei Kriege um die Himalaya-Region Kaschmir geführt hatten.

G7-Staaten rufen Indien und Pakistan zu „Deeskalation“ auf

Angesichts der sich zuspitzenden militärischen Spannungen zwischen Indien und Pakistan haben die Außenminister der G7-Staaten die Konfliktparteien zu „sofortiger Deeskalation“ und „maximaler Zurückhaltung“ aufgerufen. „Eine weitere militärische Eskalation stellt eine ernste Bedrohung für die regionale Stabilität dar“, erklärten die G7-Außenminister am Freitag in Kanada. Sie appellierten an beide Seiten, im Sinne einer friedlichen Lösung „in einen direkten Dialog“ zu treten.

Darüber hinaus teilte das US-Außenministerium mit, dass Außenminister Marco Rubio mit dem pakistanischen Armeechef General Asim Munir gesprochen und sowohl Pakistan als auch Indien dazu aufgerufen habe, Wege zur Deeskalation zu finden. Rubio bot zudem die Unterstützung der USA bei der Aufnahme konstruktiver Gespräche an, um künftige Konflikte zu vermeiden, so ein Sprecher.