Ölpreisschock

Ölpreise klettern: Afrikanische Staaten verteuern Benzin und Diesel

Für importabhängige Staaten in Afrika hat der jüngste Anstieg der Ölpreise direkte Auswirkungen. Westafrika kooperiert mit dem IWF, um die Krise zu bewältigen.

Eine Tankstelle in Tamale im Norden Ghanas
Eine Tankstelle in Tamale im Norden GhanasAlida Latham/imago

Die Ölpreise sind am Donnerstag erneut gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, die Angriffe auf den Iran fortzusetzen, ohne einen konkreten Zeitplan für ein Ende des Konflikts zu nennen. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich laut Reuters um 6,8 Prozent auf 108 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI um 6,4 Prozent auf 106,52 Dollar.

Die Folgen treffen afrikanische Staaten, die den Großteil ihrer Erdölprodukte importieren. Wie Reuters am 1. April meldete, hob Ghanas nationale Erdölbehörde die Mindestpreise für Benzin um rund 15 Prozent auf 13,30 Cedi (1,21 Dollar) pro Liter und für Diesel um etwa 19 Prozent an. Ghanas Präsident John Mahama erklärte, die Regierung prüfe Entlastungsmaßnahmen sowie ein Lieferabkommen mit der nigerianischen Dangote-Raffinerie. Ghana importiert rund 70 Prozent seines raffinierten Kraftstoffs.

Malawi erhöhte die Benzinpreise um 34 Prozent und die Dieselpreise um 35 Prozent. Tansania setzte eine neue Preisobergrenze für Benzin an, die 33 Prozent über dem Märzniveau liegt. Mauretanien hob den Benzinpreis um 15,3 Prozent an; Wirtschaftsminister Abdallah Ould Souleymane verglich die Lage mit der Ölkrise von 1973 und kündigte eine Anhebung des Mindestlohns sowie Direktzahlungen an einkommensschwache Haushalte an. Gambia erhöhte die Benzinpreise um knapp 19 Prozent. Südafrika senkte vorübergehend seine Kraftstoffsteuern, um die Preise zu dämpfen.

Ecowas und IWF wollen an einem Strang ziehen

Wenige Tage vor dem jüngsten Preisschub hatten die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas und der Internationale Währungsfonds (IWF) am 27. März in Nigerias Hauptstadt Abuja ein Kooperationsabkommen unterzeichnet. Es soll die makroökonomische Steuerung, die politische Koordination zwischen den Mitgliedstaaten und die Widerstandsfähigkeit gegen externe Schocks stärken.

Ecowas-Kommissionspräsident Omar Alieu Touray bezeichnete das Abkommen als Meilenstein für die wirtschaftliche Stabilität der Region. Ouattara Wautabouna, Exekutivdirektor des IWF-Büros für Westafrika, betonte die Notwendigkeit gezielter technischer Unterstützung in Bereichen wie Haushaltsführung und Schuldentragfähigkeit.