Schifffahrt

Antwerpen: Ölleck legt zweitgrößten Hafen Europas lahm

Bei der Betankung eines Containerschiffs trat Öl aus. Die Schelde wurde am Freitag zeitweise gesperrt, der Dockbereich bleibt weiter geschlossen.

Ein Containerschiff fährt auf der Westerschelde in Richtung Antwerpen.
Ein Containerschiff fährt auf der Westerschelde in Richtung Antwerpen.Stock Images Zeeland/imago

Ein Ölleck im Deurganckdock hat am Freitag die Schifffahrt auf der Schelde zum Hafen Antwerpen-Brügge zeitweise unterbrochen. Die Hafenbehörde teilte am Morgen mit, dass die Schelde vor dem Deurganckdock für den gesamten Schiffsverkehr gesperrt sei. Auch die Schleusen Zandvliet und Berendrecht wurden wegen Ölverschmutzung geschlossen.

Laut der Nachrichtenagentur Belga entstand das Leck bei der Betankung des Containerschiffs MSC Denmark VI am Donnerstag. Es wurde zwar abgedichtet, doch über Nacht gelangte eine große Menge Öl in die Schelde und das Dock. Die direkt betroffenen Seeschiffe blieben für Reinigungsarbeiten im Bereich des Vorfalls. Ein Flugzeug wurde eingesetzt, um das Ausmaß des Schadens zu erfassen.

Der Hafen Antwerpen-Brügge mit den Standorten Antwerpen an der Schelde und Zeebrugge an der Nordsee ist einer der wichtigsten Güterknoten Europas. Als zweitgrößter Hafen des Kontinents wurden dort 2024 rund 278 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Über See, Schiene, Straße und Binnenschiff verbindet er Belgien und weite Teile Europas mit dem Welthandel.

Schelde wieder frei, Dock bleibt gesperrt

Um 13.30 Uhr meldete die Hafenbehörde eine teilweise Entspannung: Die Schelde wurde wieder für die Schifffahrt freigegeben. Das Deurganckdock bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Spezialschiffe reinigen das betroffene Gebiet. Vorrang hat nach Angaben der Hafenbehörde die Säuberung des Docks, des Noordzee- und Europaterminals sowie des Schleusenbereichs Berendrecht-Zandvliet.

Gemeinsam mit dem Zivilschutz, der Agentur für See- und Küstendienste sowie der flämischen Wasserstraßenbehörde überwachen laut Belga die Behörden die Ufergebiete und angrenzenden Naturschutzflächen. Der Hafen verfügt innerhalb des Schelde-Ästuars über 580 Hektar geschützte Natur. „Wir tun alles, um den ökologischen und operativen Schaden zu minimieren“, erklärte die Hafenbehörde am Freitag.