Die Vereinigten Arabischen Emirate setzen sich offenbar für die Bildung einer multinationalen Marinetruppe ein, die den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sichern soll. Wie die Financial Times unter Berufung auf drei interne Quellen berichtet, hat Abu Dhabi den USA und weiteren westlichen Staaten seine Teilnahme zugesagt – einschließlich des Einsatzes der eigenen Marine.
Durch die Meerenge fließt normalerweise ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gashandels. Seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran hat Teheran den Verkehr massiv eingeschränkt. „Der Iran hat der Weltwirtschaft den Krieg erklärt, und die Staaten müssen sich dem entgegenstellen“, sagte eine der Quellen der Financial Times zufolge.
Die VAE wollen demnach nun Dutzende Länder für eine „Hormuz Security Force“ gewinnen und arbeiten mit Bahrain an einer UN-Sicherheitsratsresolution für ein Mandat. Russland und China könnten dies jedoch blockieren. Der emiratische Minister Sultan al-Jaber sagte nach einem Treffen mit US-Vizepräsident JD Vance: „Der Iran hält Hormus als Geisel, und jede Nation zahlt das Lösegeld – an der Zapfsäule, im Supermarkt, in der Apotheke.“
Für Teheran stellt die Meerenge somit ein zentrales Druckmittel dar. Einzelne Golfstaaten erwägen nun laut dem Bericht auch den Bau von Pipelines, um Energie auf dem Landweg zu transportieren.
Saudi-Arabien rückt näher an Kriegsbeteiligung
Die europäischen Nato-Partner lehnen eine Beteiligung an der Absicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus bislang ab. Unter den Golfstaaten unterstützt neben den VAE nur Bahrain den Plan offen.
Neben den Vereinigten Arabischen Emiraten verschärft auch Saudi-Arabien seinen Kurs gegen den Iran. Das Land erlaubte den USA etwa die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts King Fahd, nachdem iranische Raketen Ziele im Land getroffen hatten.
Kronprinz Mohammed bin Salman hat Trump laut New York Times gedrängt, den Krieg nicht vorzeitig zu beenden – die Kampagne sei eine „historische Gelegenheit“, den Nahen Osten neu zu ordnen.


