Invasive Art

Nosferatu-Spinne inzwischen bundesweit verbreitet – auch in Berlin

2005 wurde sie erstmals hierzulande registriert – inzwischen ist die Nosferatu-Spinne bundesweit verbreitet. So sollten Sie sich verhalten, wenn Sie ihr begegnen.

Die Nosferatu-Spinne wurde auch in allen Berliner Bezirken gesichtet.
Die Nosferatu-Spinne wurde auch in allen Berliner Bezirken gesichtet.NABU

Die Spinne mag es gerne warm – und wird vermutlich deshalb hierzulande meist in Gebäuden gefunden: Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) ist nach Angaben des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) inzwischen fast in ganz Deutschland heimisch. Auch in allen Berliner Bezirken wurde sie bereits gesichtet.

Mit knapp zwei Zentimetern Körperlänge und Beinspannweiten von bis zu sechs Zentimetern zählt zu den größten Spinnen hier. Und sie gehöre zu den wenigen Spinnen in Deutschland, die durch die menschliche Haut beißen könnten, schreibt der Nabu. Ihr Gift sei aber für Menschen nicht gefährlich, der Biss nur etwa so schmerzhaft wie ein leichter Wespenstich. Die Spinne beiße nur selten, bei direkter Bedrohung.

Der Name stammt übrigens daher, dass man angeblich auf ihrem Körper das Gesicht des Vampirs Nosferatu aus dem Stummfilm von 1922 erkennen kann.

Eine Nosferatu-Spinne sitzt auf einem Autodach. 
Eine Nosferatu-Spinne sitzt auf einem Autodach. Thomas Lutz/dpa

Die im Mittelmeerraum heimische Art wurde erstmals 2005 in Deutschland beschrieben – in Baden-Württemberg. Inzwischen ist sie keineswegs mehr selten: Auf dem Meldeportal Nabu-naturgucker.de waren im Herbst 2022 innerhalb weniger Wochen mehr als 25.000 neue Funde gemeldet worden. Bis heute sind es laut Nabu rund 35.000 Meldungen von mehr als 20.000 Menschen in ganz Deutschland. Dabei wird das Tier, das zur Familie der Kräuseljagdspinnen gehört, immer häufiger auch im Freien entdeckt – etwa in Parks oder Gärten. 

Nosferatu-Spinne kann an Glasscheiben haften

Eine Besonderheit ist laut Nabu, dass sich die Nosferatu-Spinne selbst an senkrechten Glasscheiben festhalten kann. Möglich machen das spezielle Hafthaare. Und obwohl sie zur Ordnung der Webspinnen zählt, baut sie keine Netze. Stattdessen verfolgt sie ihre Beute. 

Aber verhält man sich richtig, wenn man die Spinne oder einen Kokon mit Spinneneiern in der eigenen Wohnung findet? Auf jeden Fall sollte man Ruhe bewahren. Die Nosferatu-Spinne greift nur an, wenn sie sich bedroht fühlt. Auch töten sollte man sie laut Nabu nicht, denn sie bedroht die heimischen Arten nicht.

„Da das Tierchen unprovoziert nicht angreifen wird, kann man es zweifellos als Mitbewohner dulden – oder vorsichtig mit einem umgestülpten Glas und einem Stück Karton nach draußen befördern“, rät der Nabu Berlin.

Findet man einen Eierkokon, gestaltet sich das Unterfangen schon schwieriger: Das Muttertier, das den Kokon bewacht, müsse vorsichtig beiseite geschoben werden, etwa mit einem Pinsel. Dann könne es mit der oben beschriebenen Methode gefangen und vor die Tür gebracht werden, rät das Naturkundemuseum Karlsruhe. Den Kokon sollte man im besten Fall nicht einfach heraustragen, damit sich die exotische Spinne nicht noch weiter verbreitet. Daher raten Experten dazu, den Kokon in der heimischen Gefriertruhe einzufrieren.