Melissa Eddy, Berlin-Korrespondentin der New York Times, hat am Donnerstag auf den Onlineseiten der New York Times ein Porträt über Deutschland verfasst, das eine negative Bilanz über die Leistungskraft der deutschen Wirtschaft zieht.
In dem Text heißt es, dass im vergangenen Jahr die Wirtschaft in Deutschland um 0,3 Prozent geschrumpft sei, wie offizielle Zahlen diese Woche gezeigt haben. „Damit ist Deutschlands Wirtschaft nicht nur die größte, sondern auch die am langsamsten wachsende Volkswirtschaft unter den 20 Ländern in der Euro-Zone. Die Industrieproduktion ist fünf Monate in Folge gesunken.“
„Die Wirtschaft in Deutschland steht still“, wird Siegfried Russwurm, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, in dem New-York-Times-Text zitiert. „Wir sehen keine Chance auf eine schnelle Erholung im Jahr 2024.“
Deutsche Wirtschaft: „Es wächst die Erkenntnis, dass es Deutschland nicht gelungen ist ...“
Die Probleme der deutschen Wirtschaft werden mit wachsender Konkurrenz international, einer steigenden Bürokratie und einer geringen Flexibilität im Inland erklärt. „Deutschlands Autohersteller müssen heute mit vergleichsweise billigen Elektroautos aus China konkurrieren. Außerdem existiert ein wachsender Wettbewerb mit den Vereinigten Staaten um die Ansiedlung von Tech-Giganten. Es wächst die Erkenntnis, dass es Deutschland nicht gelungen ist, seine Industrie mit ausreichender Flexibilität und digitalem Know-how auf den neuesten Stand zu bringen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Der Text deutet an, dass durch die Budget-Krise, ausgelöst durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, Deutschland notwendige Investitionen zurückschrauben müsse. In der Gruppe der G20 könnte Deutschland mit Argentinien einen der letzten Plätze mit Blick auf das Wirtschaftswachstum belegen. Ein Lichtblick seien die gefallene Inflation und gestiegene Löhne, die die Kaufkraft der Bevölkerung angehoben haben. Dies würde aber die strukturellen Probleme nicht ändern.
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