Russische Behörden haben nach dem Tod von neun Säuglingen in einer sibirischen Geburtsklinik ein Strafverfahren eingeleitet. Mehrere russische Medien berichteten über den Vorfall. Es laufen demnach Ermittlungen wegen des Vorwurfs fahrlässiger Tötung, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete.
Zwischen dem 1. Dezember 2025 und dem 11. Januar 2026 seien 32 Kinder auf der Intensivstation der Klinik in der Region Kemerowo behandelt worden, erklärte das zuständige Gesundheitsministerium. 17 Babies seien aufgrund von im Mutterleib zugezogenen Infektionen in kritischem Zustand gewesen.
Gouverneur: Geburtskliniken sollen überprüft werden
„Alle Neugeborenen wurden gemäß den klinischen Richtlinien medizinisch versorgt. Leider haben neun Babys nicht überlebt“, hieß es in einer Erklärung. Insgesamt gab es laut Interfax in diesem Zeitraum in der betroffenen Klinik 234 Geburten. Der Chefarzt wurde bis zum Abschluss der Ermittlungen suspendiert.
Der Vorfall schlug Wellen bis nach Moskau. Valentina Matwijenko, die Vorsitzende des Föderationsrats, sagte laut Interfax, sie habe die örtlichen Behörden angewiesen, die Ermittlungen „genau zu überwachen“.
Der Gesundheitsausschuss der Staatsduma forderte von dem Gouverneur der Region Kemerowo, Ilja Seredjuk, „die Situation aufzuklären“ und Informationen über Maßnahmen zu übermitteln, die ähnliche Vorfälle in Zukunft verhindern sollen. Seredjuk kündigte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass an, dass alle Geburtskliniken in der betroffenen Region durch ein Expertenteam überprüft werden sollen.
Das betroffene Krankenhaus gab laut einem Reuters-Bericht bekannt, dass es aufgrund eines Anstiegs von Atemwegsinfektionen die Aufnahme neuer Patienten ausgesetzt und Quarantänemaßnahmen ergriffen habe. Die Todesfälle der Säuglinge wurden demnach nicht als Grund für die Aufnahmestopp genannt.

