Nach Stromanschlag

Neue Umfrage: Berliner geben Krisenmanagement des Senats negative Bewertung

Nach Ansicht der Berliner hat der Berliner Senat zuletzt kein gutes Krisenmanagement geleistet. Insbesondere die Bewertung von Bürgermeister Wegner fiel negativ aus.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Iris Spranger (SPD), Senatorin für Inneres und Sport
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Iris Spranger (SPD), Senatorin für Inneres und SportBritta Pedersen/dpa

Die Berlinerinnen und Berliner haben dem Krisenmanagement des Senats während des Stromausfalls vergangene Woche ein negatives Zeugnis ausgestellt. Das geht aus der Umfrage „BerlinTrend“ von infratest dimap im Auftrag des rbb hervor. Besonders schlecht fiel dabei die Bewertung des Regierenden Bürgermeisters, Kai Wegner (CDU), aus.

66 Prozent der Befragten bewerteten Wegners Krisenmanagement als „weniger gut“ oder „schlecht“. Nur ein Viertel bezeichnete seine Arbeit als „sehr gut“ oder „gut“. Insbesondere Anhängerinnen und Anhänger von Grünen, Linken und der AfD gaben Wegner eine schlechte Bewertung.

Der Regierende war in den Tagen des massiven Stromausfalls im Südwesten Berlins für seinen Umgang mit der Krise kritisiert worden. Den ersten Tag des mehrtägigen Ausfalls war Wegner über Stunden nicht in der Öffentlichkeit zu sehen. Auf Nachfrage sagte er, er habe sich in sein Büro eingeschlossen und zu der Lage telefoniert.

Später wurde bekannt, dass Wegner sich an dem Samstag, an dem der Strom erstmals ausfiel, eine Stunde Zeit nahm, um Tennis spielen zu gehen. Er habe „einfach mal den Kopf freibekommen“ müssen, sagte Wegner zur Begründung und betonte, immer erreichbar gewesen zu sein.

Bewertung von Spranger und Giffey überwiegend negativ

Der jüngste BerlinTrend zeigte nun, dass eine Mehrheit Wegners Glaubwürdigkeit nun als beschädigt betrachten. 61 Prozent der Befragten bewerteten es als negativ, dass Wegner das Tennisspiel verschwiegen hatte. Nur ein Viertel sieht darin aber einen Rücktrittsgrund.

Auch die Bewertung der Senatorinnen für Inneres und Energie fällt vorwiegend negativ aus. Das Krisenmanagement von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hielten weniger als ein Viertel der Befragten für positive. 49 Prozent gaben die Bewertung „weniger gut“ oder „schlecht“ ab. Bei Energiesenatorin Franziska Giffey (SPD) bewerteten 38 Prozent der Befragten ihre Arbeit als gut und 44 Prozent als negativ.

Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke hatte vergangene Woche große Teile des Berliner Südwestens von der Stromversorgung abgeschnitten. Bis zu 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbe waren zeitweise betroffen. Es dauerte knapp fünf Tage, die Versorgung wiederherzustellen.