Institut der deutschen Wirtschaft

Neue Studie: So sind deutsche Unternehmen auf den Verteidigungsfall vorbereitet

Sind Firmen in Deutschland für einen Kriegsfall bereit? Die Ergebnisse zeigen ein gespaltenes Bild.

IW-Studie: Deutsche Firma sind für einen Kriegsfall nicht gut vorbereitet.
IW-Studie: Deutsche Firma sind für einen Kriegsfall nicht gut vorbereitet.Marcel Kusch/dpa

Die deutsche Wirtschaft ist auf einen möglichen Verteidigungsfall weitgehend unvorbereitet. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor. Lediglich drei Prozent der befragten Unternehmen gaben an, für einen Materialausfall gerüstet zu sein.

Die IW-Fachleute befragten für ihre Untersuchung mehr als 1000 Firmen in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen ein gespaltenes Bild: Bei der Abwehr von Cyberangriffen sehen sich 86 Prozent der Unternehmen gut aufgestellt. Auch gegen Desinformation, Sabotage und Spionage habe die Mehrheit Schutzmaßnahmen ergriffen.

Bei existenziellen Krisenszenarien klaffen jedoch erhebliche Lücken. Für größere Personalausfälle haben nur vier Prozent der Firmen eine Notfallplanung entwickelt. Sogenannte Vorhalteverträge, die eine schnelle Reaktion im Ernstfall ermöglichen sollen, existieren bei knapp fünf Prozent der Unternehmen.

Infrastruktur-Engpässe bereiten Sorgen

Etwas besser sieht es bei der Vorbereitung auf Infrastrukturmängel aus: 24 Prozent der Unternehmen fühlen sich dafür gerüstet, weitere 17 Prozent planen entsprechende Maßnahmen.

Laut IW kämen auf die Wirtschaft im Ernstfall erhebliche Aufgaben zu. Rüstungs-, Technologie- und Zulieferbetriebe müssten Waffen, Fahrzeuge und Anlagen in ausreichender Menge bereitstellen. Zivile Unternehmen wären gefordert, Beschäftigte für Wehrdienst sowie Fahr-, Logistik- und Sanitätsaufgaben freizustellen. Gleichzeitig müssten sie Lieferkettenausfälle abfedern und ihre Systeme gegen Cyberangriffe absichern.

Als wichtigste Aufgabe der Wirtschaft im Krisenfall bezeichnen die IW-Fachleute die Sicherung der Versorgung der Bevölkerung auf dem bisherigen Niveau. Dies sei auch aus sicherheitspolitischen Gründen entscheidend: Ein deutlicher Wirtschafts- und Wohlstandseinbruch könnte die Unterstützung von Verteidigungsanstrengungen an der NATO-Ostflanke gefährden, warnen die Studienautoren.