Die Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) hat sich zu der Bandenkriminalität in Berlin geäußert. Gegenüber dem RBB Inforadio sagte sie am Dienstagmorgen, die organisierte Kriminalität habe eine neue Dimension erreicht.
„Wir sehen, dass sowohl qualitativ als auch quantitativ eine neue Bedrohungslage entstanden ist. Wir sehen inzwischen rivalisierende Banden, die auf Berlins Straßen sichtbar Gewalt einsetzen, sei es durch Handgranatenwürfe in Lokale, sei es durch Schüsse auf Menschen und Fahrzeuge oder auch Gebäude.“
Im Dezember: Lokal in Kreuzberg durch Handgranate beschädigt
Im Dezember wurde ein Lokal in Kreuzberg durch den Wurf einer Handgranate schwer beschädigt. Es war bereits seit April geschlossen, die Polizei nahm Ermittlungen wegen Schutzgelderpressung auf.
Das am Dienstag vorgelegte Lagebild der Organisierten Kriminalität (OK) in Berlin zeigt, dass im Jahr 2024 mit 55 Ermittlungskomplexen und 371 Tatverdächtigen im Zusammenhang mit OK ein Rückgang zum Vorjahr zu verzeichnen ist. Die kriminellen Gruppierungen verursachten einen Schaden von 6,9 Millionen Euro.
Das Gefährdungspotenzial durch OK-Gruppierungen bleibt nach Einschätzung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport unvermindert hoch. In 20 OK-Komplexen sei Gewalt angewendet worden, oder seien andere zur Einschüchterung geeignete Mittel eingesetzt worden.
Organisierte Kriminalität lässt Täter einfliegen
Als Ursachen werden Clan-Kriege, Drogenhandel und Schutzgelderpressungen genannt. Die organisierte Kriminalität nutzt dabei gezielt internationale Strukturen für ihre Straftaten.


