Artemis-II-Mission

Neue Bilder vom Mond: Nasa zeigt spektakuläre Sonnenfinsternis und „Erduntergang“

Zum ersten Mal haben Astronauten die Rückseite des Mondes gesehen – und dabei Aufnahmen gemacht, die Nasa-Chef Isaacman als „absolut atemberaubend“ bezeichnet. Wir zeigen sie hier.

Dieses am 7. April 2026 von der Nasa veröffentlichte Foto zeigt, wie der Mond die Sonne vollständig verdeckt, aufgenommen vom Orion-Raumschiff am 6. April 2026.
Dieses am 7. April 2026 von der Nasa veröffentlichte Foto zeigt, wie der Mond die Sonne vollständig verdeckt, aufgenommen vom Orion-Raumschiff am 6. April 2026.NASA/AFP

Die Nasa hat die ersten Fotografien der Artemis-II-Astronauten veröffentlicht, die während ihres Flugs vorbei am Mond entstanden sind. Die Bilder zeigen unter anderem eine Sonnenfinsternis aus der Mondperspektive sowie einen sogenannten Erduntergang – den Moment, in dem die Erde hinter dem Mondhorizont verschwindet. Die vierköpfige Besatzung ist die erste, die den Mond umrundet hat.

Während des sechsstündigen Vorbeiflugs, der auch eine Phase der Funkstille auf der Rückseite des Mondes umfasste, machte die Crew Tausende Aufnahmen der Mondoberfläche und diktierte geologische Beobachtungen. Nasa-Administrator Jared Isaacman bezeichnete die Bilder gegenüber dem US-Sender CNBC als „absolut atemberaubend“ und betonte: „Das ist keine KI.“

Die Erde versinkt hinter dem Mondhorizont, auch bekannt als „Erduntergang“.
Die Erde versinkt hinter dem Mondhorizont, auch bekannt als „Erduntergang“.NASA/AFP
Die untergehende Erde
Die untergehende ErdeNASA/AFP

Zum Vergleich: Dieses Bild zeigt den Erdaufgang über dem Mond, aufgenommen am Heiligabend, dem 24. Dezember 1968, von Apollo 8, der ersten bemannten Mission zum Mond, als das Raumschiff in den Mondorbit eintrat.
Zum Vergleich: Dieses Bild zeigt den Erdaufgang über dem Mond, aufgenommen am Heiligabend, dem 24. Dezember 1968, von Apollo 8, der ersten bemannten Mission zum Mond, als das Raumschiff in den Mondorbit eintrat.NASA/AFP

Aufnahmen des „Erduntergangs“ erinnern an das berühmte „Earthrise“-Foto, das Astronaut Bill Anders 1968 während der Apollo-8-Mission aufgenommen hatte. Im Vordergrund eines der neuen Bilder ist laut Nasa der Ohm-Krater mit seinen terrassenförmigen Rändern und zentralen Erhebungen zu sehen.

Besonders eindrücklich sind die Bilder der Sonnenfinsternis: Weil sich die Orion-Kapsel in unmittelbarer Nähe des Mondes befand, dauerte die Totalität fast 54 Minuten – auf der Erde ist dieses Phänomen nur für wenige Minuten sichtbar. Astronaut Victor Glover beschrieb den Anblick als „wie Science-Fiction“ und „unwirklich“. Neben der Korona der Sonne ist auf dem Foto auch der Planet Venus zu erkennen.

Astronaut Jeremy Hansen funkte: „Es sprengt meinen Verstand, was man mit bloßem Auge vom Mond aus sehen kann.“

Eine totale Sonnenfinsternis. Nur ein Teil des Mondes ist im Bild zu sehen, während er die Sonne vollständig verdeckt. Unten links leuchtet die Venus.
Eine totale Sonnenfinsternis. Nur ein Teil des Mondes ist im Bild zu sehen, während er die Sonne vollständig verdeckt. Unten links leuchtet die Venus.NASA
Die Sonne scheint hinter dem Mond hervor.
Die Sonne scheint hinter dem Mond hervor.NASA/AFP

Die Artemis-II-Crew brach auf ihrer Reise den 56 Jahre alten Entfernungsrekord von Apollo 13 für die größte von Menschen zurückgelegte Distanz zur Erde. Mit einer Entfernung von 252.756 Meilen (rund 406.800 Kilometer) zur Erde übertrafen sie am Montag den bisherigen Rekord. US-Präsident Donald Trump gratulierte der Besatzung per Funkverbindung.

Nasa-Chef kündigt Aufbau von Mondbasis an

Die Crew soll am Freitag vor der Küste Kaliforniens im Pazifik wassern. Eine tatsächliche Mondlandung plant die Nasa frühestens für 2028 mit der Artemis-IV-Mission am Südpol des Mondes. Zuvor soll Artemis III im Jahr 2027 Andockmanöver mit Mondlandefähren üben.

Isaacman kündigte derweil laut CNBC an, dass ab Anfang 2027 nahezu monatlich unbemannte Robotermissionen zum Südpol des Mondes geschickt werden sollen, um mit dem Aufbau einer Mondbasis zu beginnen.

Das Orientale-Becken des Mondes, in dessen Zentrum ein schwarzer Fleck aus uralter Lava zu sehen ist, der vor Milliarden von Jahren bei einem Ausbruch durch die Mondkruste gebrochen ist.
Das Orientale-Becken des Mondes, in dessen Zentrum ein schwarzer Fleck aus uralter Lava zu sehen ist, der vor Milliarden von Jahren bei einem Ausbruch durch die Mondkruste gebrochen ist.NASA/AFP