Konzernbeben

Nestlé feuert CEO nach Verstoß gegen Verhaltenskodex

Nestlé hat seinen Vorstandschef Laurent Freixe wegen einer nicht offengelegten Beziehung mit einer Mitarbeiterin entlassen. Nachfolger wird der bisherige Nespresso-Chef Philipp Navratil.

Nestlé-CEO Laurent Freixe muss nach einem Jahr seinen Posten räumen.
Nestlé-CEO Laurent Freixe muss nach einem Jahr seinen Posten räumen.Gabriel Monnet/AFP

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé hat seinen Vorstandsvorsitzenden Laurent Freixe mit sofortiger Wirkung entlassen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, hatte der Franzose eine Liebesbeziehung mit einer direkten Untergebenen nicht offengelegt und damit gegen den Verhaltenskodex von Nestlé verstoßen. Eine interne Untersuchung unter Leitung von Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke und dem unabhängigen Direktor Pablo Isla bestätigte den Verstoß.

„Das war eine notwendige Entscheidung“, sagte Bulcke. Er dankte Freixe für seine jahrelangen Dienste für Nestlé.

Freixe ist seit 1986 bei Nestlé tätig und hatte das Amt des Konzernchefs erst im September 2024 übernommen. Zuvor war er in verschiedenen Führungsfunktionen tätig, unter anderem als Regionalchef für Lateinamerika und für die USA. Unter seiner Verantwortung leitete der Konzern zuletzt eine Überprüfung schwach performender Marken im Bereich Nahrungsergänzungsmittel ein.

Neuer Nestlé-Chef: Nespresso-Chef Philipp Navratil

Als Nachfolger setzte der Verwaltungsrat den bisherigen Nespresso-Chef Philipp Navratil ein. Der Österreicher ist seit 2001 bei Nestlé und hatte Anfang dieses Jahres bereits einen Sitz in der Konzernleitung übernommen. Bulcke erklärte, man habe „vollstes Vertrauen“ in Navratil, die strategische Ausrichtung des Unternehmens werde unverändert fortgeführt.

Der Abgang von Freixe ist der bislang spektakulärste Führungswechsel bei Nestlé seit Jahren. Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Personalentscheidungen großer Konzerne, bei denen Führungskräfte wegen Verstößen gegen interne Verhaltensregeln entlassen wurden. Nestlé betonte, die Entscheidung sei notwendig gewesen, um die Integrität und die Werte des Unternehmens zu wahren.