Klimawandel

Naturschützer warnen: Elbe ist unbrauchbar für Güterverkehr

Die Pegelstände der Elbe sind dem BUND zufolge anhaltend zu niedrig, um Binnenschifffahrt zu ermöglichen. Die Naturschützer fordern ein Umdenken in der Elbe-Politik.

Die Pegelstände der Elbe sind zu oft zu niedrig, um Güterverkehr auf dem Fluss fahren zu lassen.
Die Pegelstände der Elbe sind zu oft zu niedrig, um Güterverkehr auf dem Fluss fahren zu lassen.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist die Elbe als Güterverkehrsweg am Ende. „Güterschifffahrt auf der Elbe lohnt sich nicht mehr“, sagte der Vorsitzende des sächsischen Landesverbands, Felix Ekardt, mit Blick auf die anhaltend niedrigen Pegelstände in dem Fluss. Seit Ende Februar sei die für die Binnenschifffahrt notwendige Fahrrinnentiefe von 1,40 Metern an mehr als 120 Tagen im Jahr unterschritten worden.

Mehr als 60 Tage lang habe der Wasserstand sogar unter einem Meter gelegen – und der Sommer habe gerade erst begonnen. Mit dem Klimawandel nehmen die Niedrigwasserperioden nach Angaben des BUND Sachsen deutlich zu. Die eingetiefte Elbe beschleunige zudem die Wasserableitung und verschärfe damit die Dürre in der Region.

Laut BUND ist die Fahrrinnentiefe von 1,40 Metern mittlerweile in jedem Jahr über Monate hinweg nicht erreichbar. Dies erschwere planbare Transporte massiv. Die Folge: Sinkende Frachtraten und ein historischer Rückgang bei den Umschlagmengen.

Elbe: Historischer Tiefstand bei Magdeburg erreicht

Trotz Investitionen in Höhe von rund 430 Millionen Euro zwischen 2013 und 2022 für Unterhalt und Ausbau der Wasserstraße habe sich die Lage nicht verbessert. „Es fehlen also nicht nur Wasser, sondern auch die Güterschiffe“, kritisierte Ekardt. Weitere Baumaßnahmen brächten ohne ausreichenden Wasserstand keine Verbesserung, richteten aber Schäden an sensiblen Ökosystemen wie Auenwäldern an. Ein Umdenken in der Elbe -Politik sei unausweichlich.

Erst am Donnerstag war der Wasserstand an der Elbe in Magdeburg voraussichtlich auf einen historischen Tiefstwert gefallen. Am Pegel Strombrücke wurden 44 Zentimeter gemessen – möglicherweise ein neuer Negativrekord. Der bisherige Tiefstand lag bei 45 Zentimetern im Sommer 2019. Allerdings handele es sich dabei um einen Tagesdurchschnittswert. Die statistische Auswertung laufe noch, teilte die Bundesanstalt für Gewässerkunde mit. Es deute jedoch alles darauf hin, dass der bisherige Tiefstand unterschritten wurde.