Regenfälle

Nasa: Die Sahara färbt sich grün

Die Sahara ist bekannt für ihre kargen, trockenen Landschaften, in denen es nur selten regnet. Nach einem Zyklon blüht die Wüste nun auf.

Die Sahara ist vor allem als trockene Sandwüste bekannt.
Die Sahara ist vor allem als trockene Sandwüste bekannt.Peter Orsel/imago

Die Weltraumbehörde Nasa hat Bilder von Satelliten veröffentlicht, die einen ungewöhnlichen Anblick bieten: Die Sahara-Wüste ist demnach gerade dabei, sich vom Weltall aus gesehen grün zu färben. Die Aufnahmen zeigen, dass derzeit in dem eigentlichen Trockengebiet auf dem afrikanischen Kontinent in rasantem Tempo Pflanzen auftauchen.

Hintergrund ist ein außertropischer Wirbelsturm, der am 7. und 8. September weite Teile Nordwestafrikas regelrecht durchnässt hatte. Nach Angaben der Nasa regnete es so viel wie sonst kaum in einem gesamten Jahr. Baumlose Landschaften in Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen zeigen nun Spuren von Grün, so das Nasa Earth Observatory.

Einst war die Sahara von zahlreichen Pflanzen und Seen durchzogen

„Wenn ausgedörrte Regionen in diesem Teil Afrikas starke Regenfälle bekommen, reagiert die Flora fast sofort“, sagte Peter de Menocal, Präsident und Direktor der Woods Hole Oceanographic Institution, gegenüber ABC News. „Wenn es zu außergewöhnlichen Regenfällen kommt, verwandeln sich die Dünen in unglaublich grüne und blühende Felder, auf denen die Pflanzen sofort für kurze Zeit wachsen und davon profitieren“, sagte er weiter.

Zu den Pflanzen gehören vor allem Sträucher und Bäume in niedrig gelegenen Gebieten wie Flussbetten, sagte Sylwia Trzaska, eine Forscherin für Klimavariabilität an der Columbia Climate School, dem Bericht zufolge. Auch sonst ausgetrocknete Seen hätten sich wieder mit Wasser gefüllt, heißt es weiter von der Nasa. Die Region war einst üppig bewachsen. Vor 11.000 bis vor 5000 Jahren war die Sahara laut einer Studie aus dem Jahr 2012 ständig mit Vegetation und Seen bedeckt.

Doch die sintflutartigen Regenfälle bringen nicht nur Positives. Die betroffenen Gebiete sind zwar eher dünn besiedelt, dennoch starben nach Angaben der Nachrichtenagentur AP in Teilen West- und Zentralafrikas, darunter im Tschad, in Nigeria, Mali und Niger, mehr als 1000 Menschen an den Folgen der Überschwemmungen. Vier Millionen Menschen sind demnach von den Auswirkungen des Zyklons betroffen – es kam zu Stromausfällen und Problemen mit der Wasserversorgung.