Gesundheit

Nach Krebs zurück in den Job: Wer gut verdient, hat bessere Chancen

Neue Daten belegen eine soziale Kluft bei der beruflichen Wiedereingliederung nach einer Krebserkrankung. Ist so das Ziel der umfassenden Beschäftigung für alle erreichbar?

Die Rückkehr von Krebspatienten in den Arbeitsmarkt hängt stark von dem Beruf ab.
Die Rückkehr von Krebspatienten in den Arbeitsmarkt hängt stark von dem Beruf ab.Hannibal Hanschke/dpa

Der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt nach einer Krebserkrankung verteilt sich extrem ungleich. Fast alle Krebsbetroffenen im erwerbsfähigen Alter wollen nach ihrer Erkrankung wieder arbeiten. Aber ein Jahr nach der Reha sind laut Analysen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) nur 61 Prozent wieder erwerbstätig. Die Ergebnisse wurden auf dem Deutschen Krebskongress 2026 vorgestellt und beruhen auf den Daten der Deutschen Rentenversicherung.

Die Chancen auf eine Rückkehr verteilen sich extrem ungleich. Fach- und Führungskräfte mit flexiblen Arbeitsbedingungen schaffen den Wiedereinstieg deutlich häufiger als Beschäftigte in körperlich fordernden Berufen wie Pflege oder Handwerk. Hintergrund sei auch, dass die handwerklichen Tätigkeiten oft nur eine geringe Flexibilität der Arbeitszeiten haben. Auch Erleichterungen wie Homeoffice seien kaum verbreitet.

Berufliche Stellung entscheidet über Wiedereinstieg

„Wir sehen, dass Personen mit höherem Einkommen, höherer beruflicher Position und universitärer Bildung häufiger, früher und länger in den Arbeitsmarkt zurückkehren als Personen mit niedriger sozioökonomischer Position“, sagte Johannes Soff, wissenschaftlicher Mitarbeiter der DKG. Am Beispiel brustkrebserkrankter Frauen zeigt sich: Beschäftigte in Dienstleistungsberufen verbringen in den fünf Jahren nach der Reha durchschnittlich sechs Monate weniger in Erwerbstätigkeit als Führungskräfte.

Frühzeitige Unterstützung gefordert

Wer nach der Erkrankung Erwerbsminderungsrente bezieht, kehrt nur selten zurück – bei Brustkrebspatientinnen gelang das lediglich fünf Prozent. DKG-Generalsekretär Johannes Bruns forderte daher frühzeitigere Hilfen: „Aus den Daten wird deutlich, dass wir frühzeitig die Personen unterstützen müssen, die derzeit durch das Netz fallen.“

Das politische Ziel der EU sei, dass bis 2030 78 Prozent der 20- bis 64-Jährigen erwerbstätig sind – Menschen mit Krebserkrankungen eingeschlossen. Damit müsste auch vor allem Betroffenen in nicht akademischen Berufen beim Wiedereinstieg geholfen werden. Beratungsstellen der Landeskrebsgesellschaften bräuchten dafür eine stabile Finanzierung.