Einen Tag nach den international verurteilten Raketeneinschlägen in der Hafenstadt Odessa hat Russland den Angriff eingeräumt und mit der Zerstörung von US-Waffen begründet. Die Raketen seien auf ein Schiffsreparaturwerk abgefeuert worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Sonntag mit. In dem Dock seien ein ukrainisches Kriegsschiff und ein Lager mit von den USA gelieferten „Harpoon“-Raketen zerstört worden, hieß es. Ungeachtet der Angriffe begannen Vorbereitungen zur Ausfuhr von Getreide aus Odessa. Russland ist vor fünf Monaten in die Ukraine einmarschiert.
Die Regierung in Russland habe laut Kreml-Angaben am Hafen von Odessa auf „militärische Infrastruktur“ gezielt. Dabei seien „hochpräzise“ Kalibr-Raketen eingesetzt worden, teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, auf Telegram am Sonntag mit. Der für die ukrainischen Getreidelieferungen wichtige Hafen am Schwarzen Meer war am Samstag, einen Tag nach der Unterzeichnung eines Abkommens zur Wiederaufnahme der Getreide-Ausfuhr, beschossen worden.
Russland hatte laut der Türkei zunächst seine Beteiligung an den Luftangriffen bestritten. „Die Russen haben uns gesagt, dass sie mit diesem Angriff nichts zu tun haben und dass sie die Angelegenheit sehr genau untersuchen“, hatte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar versichert.
Sacharowa reagierte nun auf Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser hatte erklärt, die Angriffe hätten die Möglichkeit eines Dialogs oder einer Verständigung mit Moskau zerstört. Zuvor hatte Kiew bereits erklärt, der russische Präsident Wladimir Putin habe den Vereinten Nationen „ins Gesicht gespuckt“ und gefährde die Umsetzung des Abkommens zum Export der wegen des Konflikts blockierten Getreidelieferungen.


