Umweltschutz

Moorlinse in Buch: Der Naturschutz bremst womöglich Berlins größtes Wohnbauprojekt aus

Der Senat prüft, ob das geplante Stadtquartier „Am Sandhaus" im Stadteil Buch die angrenzenden Schutzgebiete gefährdet. Eine Unterschutzstellung könnte das Projekt verändern.

Ausblick von der Beobachtungsplattform Moorlinse.
Ausblick von der Beobachtungsplattform Moorlinse.Markus Wächter / Berliner Zeitung

Im Berliner Norden zeichnet sich ein Konflikt zwischen Wohnungsbau und Naturschutz ab. Das geplante Stadtquartier „Am Sandhaus" im Ortsteil Buch gehört zu den größten Wohnungsbauvorhaben der Hauptstadt. Rund 2.700 Wohneinheiten sollen dort entstehen. Baubeginn war ursprünglich ab 2026 geplant. Doch nun rückt der Schutz der sogenannten Moorlinse stärker in den Fokus der Planungen.

Senat sieht keine offiziellen Planänderungen in Buch

Auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten Bettina Jarasch teilte die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt mit, dass derzeit keine offiziellen Änderungen am Bebauungsplan vorlägen. Allerdings werde in einer simulierten FFH-Verträglichkeitsprüfung untersucht, welche Auswirkungen das Bauvorhaben auf die angrenzenden Schutzgebiete, sprich vor allem die Moorlinse, haben könnte.

Die Moorlinse ist ein natürliches Gewässer, das in den 1990er Jahren durch aufsteigendes Grundwasser entstand. Das Biotop hat sich zu einem Brutgebiet für zahlreiche Wasservogelarten entwickelt und ist ein beliebter Beobachtungsplatz für Ornithologen. Bereits 2015 wurde dort eine Aussichtsplattform errichtet.

Zukunft des Wohnbauprojekts „Am Sandhaus"

Parallel zur Prüfung der Bauauswirkungen treibt der Senat ein Unterschutzstellungsverfahren voran. Eine erste Behördenbeteiligung fand bereits zwischen Oktober und November 2025 statt. Sollten Beeinträchtigungen durch das Wohnbauprojekt nicht ausgeschlossen werden können, müssten entweder Anpassungen am Bebauungsplan vorgenommen oder Ausnahmevoraussetzungen geprüft werden.