Kultur

Mit 94 Jahren: Autor und Filmemacher Alexander Kluge ist tot

Jurist, Gesellschaftsanalytiker, Kulturschaffender - Alexander Kluge zeichnete sich durch seine Vielseitigkeit aus. Nun ist er in München gestorben.

Alexander Kluge prägte unter anderem den Neuen Deutschen Film maßgeblich. Er wurde 94 Jahre alt.
Alexander Kluge prägte unter anderem den Neuen Deutschen Film maßgeblich. Er wurde 94 Jahre alt.Jens Kalaene/dpa

Der Filmemacher, Autor und Fernsehproduzent Alexander Kluge ist am Mittwoch im Alter von 94 Jahren in München gestorben. Das teilte der Suhrkamp-Verlag unter Berufung auf seine Familie mit.

Kluge, 1932 in Halberstadt geboren, war einer der vielseitigsten Kulturschaffenden der Bundesrepublik. Nach einem Jurastudium unter anderem bei dem Philosophen Theodor W. Adorno kam er 1958 als Assistent von Regisseur Fritz Lang zum Film. 1962 gehörte er zu den Mitunterzeichnern des „Oberhausener Manifests“, das als Gründungsdokument des Neuen Deutschen Films gilt.

Zahlreiche Auszeichnungen für Kluges Werke

Sein erster Spielfilm „Abschied von gestern“ (1966) wurde international ausgezeichnet. Es folgten Werke wie „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ (1968) sowie die Essayfilme „Die Macht der Gefühle“ (1983) und „Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit“ (1985).

Trotz seiner erfolgreichen Filmarbeit sah sich Kluge vor allem als Buchautor. „Bücher haben Geduld und können warten, da das Wort die einzige Aufbewahrungsform menschlicher Erfahrung darstellt, die von der Zeit unabhängig ist“, sagte er 1993. 1987 gründete er die Produktionsfirma DCTP und schuf damit eine Plattform für Kulturprogramme im Privatfernsehen.

Für sein Werk erhielt Kluge zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Goldenen Löwen von Venedig und den Theodor-W.-Adorno-Preis.