Kurz nach Ostern haben Unbekannte damit begonnen, Geschäftsstellen der CDU und CSU auf dem Kartendienst Google Maps umzubenennen. Seitdem hat die Aktion um sich gegriffen: Deutschlandweit tauchten Bezeichnungen wie „CDU Eierhaus“, „Eierladen“ oder „Eierverband“ auf – eine koordinierte Manipulation, die offenbar als politische Protestaktion gegen Bundeskanzler Friedrich Merz gedacht ist.
Besonders in Ostdeutschland waren zahlreiche Geschäftsstellen betroffen. In Sachsen erschien der Landtag in Dresden zeitweise als „Eierhaus Landtag Sachsen CDU Fraktion“, die Geschäftsstelle in Delitzsch wurde ebenfalls umbenannt, und der Kreisverband Nordsachsen firmierte kurzzeitig als „rehbraunes Eierhaus“. In Sachsen-Anhalt traf es unter anderem die Geschäftsstelle in Eisleben, die als „Eierverband“ geführt wurde. In Thüringen erschien die Erfurter Geschäftsstelle als „Eierladen“. In Berlin gab es beispielsweise die „kleine Eierhaus-Fraktion“ in Treptow-Köpenick.
Aber auch in anderen Teilen Deutschlands griff die Aktion um sich: In Hamburg Düsseldorf gab es ebenfalls „Eierhaus“-Einträge für CDU-Stellen. Selbst die Schwesterpartei CSU blieb nicht verschont – in Bayern wurden unter anderem der Bezirksverband München und der Kreisverband Ebersberg mit dem Zusatz versehen. Die CDU hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert. Zu der Aktion hatte sich – wie zunächst der WDR berichtete – auf den Meta-Plattformen Threads und Instagram ein Nutzer Namens „Saftsack Beats“ bekannt, der demnach selbst für 161 der Umbenennungen verantwortlich sei. Als Grund gab er Aussagen des Bundeskanzlers an.
Mutmaßliche Anspielung an Plakat aus Schülerprotest
Die Bezeichnung „Eierhaus“ steht dabei vermutlich nicht nur im Zusammenhang mit dem gerade vergangenen Osterfest. Sie knüpft auch an den Slogan „Merz leck Eier“ an, der seit einer Schülerdemonstration gegen die Wehrpflicht in Berlin im März kursiert. Damals hatte die Polizei das Plakat eines 18-Jährigen mit dieser Aufschrift beschlagnahmt und Ermittlungen wegen des Verdachts der üblen Nachrede und Verleumdung eingeleitet. Das Vorgehen der Behörden löste eine breite Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit aus.


