Die Mehrheit der Menschen in Deutschland macht sich einer aktuellen Umfrage zufolge nur wenig Sorgen über mögliche Engpässe bei Kerosin und daraus resultierende Einschränkungen im Flugverkehr. Höhere Flugpreise würden die meisten zudem nicht akzeptieren.
Lediglich 17 Prozent der Befragten äußerten in einer repräsentativen Yougov-Umfrage starke Beunruhigung über eine mögliche Kerosin-Knappheit. 32 Prozent gaben an, überhaupt nicht besorgt zu sein, während 41 Prozent die Lage als wenig bis mittel beunruhigend einschätzten.
Flugpreissteigerungen stoßen auf Ablehnung
Die Umfrage ergab außerdem, dass die Mehrheit der Befragten nicht bereit wäre, steigende Ticketpreise aufgrund höherer Kerosinkosten zu akzeptieren. 54 Prozent lehnten höhere Flugpreise ab. Nur 14 Prozent zeigten sich bereit, mehr für Flugtickets zu zahlen. Dabei ergaben sich Unterschiede je nach Einkommen: Befragte mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3000 Euro waren mit 18 Prozent eher zu höheren Ausgaben bereit als Personen mit einem Einkommen unter 1500 Euro, von denen lediglich elf Prozent zustimmten.
Die repräsentative Umfrage wurde von Yougov durchgeführt. Zwischen dem 17. und 19. April 2026 wurden dabei 9912 Personen in Deutschland ab 18 Jahren befragt.
Reiche: Versorgung derzeit gewährleistet
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) betonte im Deutschlandfunk die Bedeutung der elf Raffinerien in Deutschland, die Kerosin produzieren. „Heute spreche ich mit der Branche darüber, wie wir nicht nur mit Vorräten umgehen, sondern Importe sicherstellen können und – auch das ist ein wichtiger Punkt – unsere Raffineriekapazitäten hochhalten können“, sagte sie. Für diesen Donnerstag haben das Wirtschafts- und Verkehrsministerium Versorger, Flughäfen, Airlines und Verbände zu einem Branchentreffen geladen, um die Versorgungssicherheit zu diskutieren.
Reiche erklärte, dass die Versorgung mit Kerosin, Benzin und Diesel momentan gewährleistet sei. Deutschland beziehe Erdöl unter anderem über Pipelines sowie aus Partnerländern wie Kasachstan, Norwegen und den USA. Gleichzeitig warnte sie davor, die bestehenden Raffinerien durch zusätzliche Belastungen zu gefährden. „Wenn ich Beteiligte in Berlin immer wieder über eine Übergewinnsteuer sprechen höre, treffen wir damit jene elf Raffinerien, die dafür sorgen, dass in Deutschland Kerosin, Benzin und Diesel vorhanden ist“, sagte Reiche. (mit dpa)


