Mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland betrachtet Kinder als finanzielles Wagnis. Das geht aus einer repräsentativen Insa-Blitzumfrage hervor, für die am 19. und 20. Februar 1.003 Bürgerinnen und Bürger befragt wurden. 55 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Kinder in Deutschland kaum noch bezahlbar seien. Nur 34 Prozent widersprachen, elf Prozent waren unentschieden.
Als Hauptgrund nannten 81 Prozent der Befragten die hohen Lebenshaltungskosten – Miete, Lebensmittel und Energie. 59 Prozent sehen in Steuern und Abgaben eine wesentliche Belastung. Fast jeder Zweite hält zudem die staatliche Unterstützung durch Kindergeld und Elterngeld für unzureichend.
58 Prozent beklagten fehlende Kita- und Betreuungsplätze. Dieses Problem betrifft laut der „Bild am Sonntag“ vor allem Westdeutschland, wo nach Schätzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) circa 300.000 Plätze für unter Dreijährige fehlen. Im Osten werden wegen sinkender Geburten dagegen im ländlichen Raum erste Kitas geschlossen. 40 Prozent nannten zudem Einkommenseinbußen durch Elternzeit oder Teilzeit als entscheidenden Faktor.
Millennials besonders skeptisch
Besonders ausgeprägt ist die Skepsis bei den 30- bis 49-Jährigen. Laut dem Geschäftsführer von INSA, Hermann Binkert, halten in dieser Altersgruppe mehr als 60 Prozent Kinder für finanziell kaum tragbar. Angesichts der seit Jahren sinkenden Geburtenzahlen, die inzwischen auf dem Niveau Mitte der 1990er Jahre liegen, ist das Ergebnis ein politisches Warnsignal.


