Vor dem Berliner Kriminalgericht Moabit sind am Vormittag rund 20 Menschen aufeinander losgegangen. Sieben Beteiligte wurden nach Angaben der Polizei leicht verletzt und mehrere Personen festgenommen. Zwei von ihnen kamen zur Gefangenensammelstelle, wie ein Polizeisprecher mitteilte.
Der Vorfall ereignete sich gegen 11:30 Uhr im Eingangsbereich des Gerichtsgebäudes wie die Polizei auf X mitteilte. Beim Notruf war zunächst von einem Messer die Rede, das jedoch vor Ort nicht aufgefunden wurde, so der Sprecher weiter.
Alarm im Gerichtsgebäude, Prozesse gestoppt
Im Kriminalgericht wurde Alarm ausgelöst, Justizwachtmeister eilten herbei. Das Gebäude wurde für die Öffentlichkeit geschlossen und laufende Prozesse unterbrochen, wie eine Gerichtssprecherin erklärte.
Auslöser der Auseinandersetzung war laut Polizei und Gericht eine Berufungsverhandlung im Saal 820. Zwei Brüder im Alter von 39 und 37 Jahren waren 2017 wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzung zu Haftstrafen zu drei Jahren verurteilt worden. Sie hatten laut Urteil einer Frau mit einem Messer einen Daumen abgeschnitten.
Mildere Strafen nach Berufung
In einer Verhandlungspause eskalierte der Konflikt zwischen Beteiligten vor dem Gebäude. Ob die Angeklagten selbst in die Schlägerei verwickelt waren, blieb zunächst unklar. Die Polizei blieb längere Zeit vor Ort, um weitere Zusammenstöße zu verhindern.
Am späten Mittag wurde der Prozess beendet. Das Gericht reduzierte die Strafen der beiden Brüder auf Bewährungsstrafen von einem Jahr und elf Monaten beziehungsweise einem Jahr und acht Monaten, wie die Gerichtssprecherin bestätigte.


