Nach Tötung von CEO

Mann mit Pizza-Schneider wollte offenbar Luigi Mangione aus Gefängnis befreien

Der Verdächtige gab sich als FBI-Agent aus und behauptete, einen Gerichtsbeschluss für die Freilassung von Mangione zu haben. Dieser sitzt wegen der Tötung eines Versicherungschefs in Haft.

Luigi Mangione während eines Gerichtstermins im Dezember
Luigi Mangione während eines Gerichtstermins im DezemberCurtis Means/AFP

Ein Mann ist am Mittwochabend vor einem Bundesgefängnis in Brooklyn festgenommen worden, nachdem er sich als FBI-Agent ausgegeben und versucht haben soll, den inhaftierten Luigi Mangione zu befreien. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf eine Anklageschrift und mit dem Fall vertraute Personen am Donnerstag.

Der 27-jährige Mangione sitzt wegen des Mordes an Brian Thompson, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Krankenversicherers UnitedHealthcare, in Untersuchungshaft. Thompson wurde im Dezember 2024 in Manhattan auf offener Straße erschossen.

Die von Überwachungskameras gefilmte Tat sowie die öffentliche Fahndung führten weltweit zu Schlagzeilen. Der Schütze floh zunächst auf einem Fahrrad und verschwand dann. Fünf Tage später wurde Mangione in der Stadt Altoona im US-Bundesstaat Pennsylvania als Tatverdächtiger verhaftet.

Nach Befreiungsversuch: Verdächtiger wird angeklagt

Der Verdächtige erschien der New York Times zufolge nun am Metropolitan Detention Center, wo Mangione inhaftiert ist. Er trug dabei eine Klinge bei sich, die einem Pizza-Schneider ähnelte, und behauptete, einen Gerichtsbeschluss für die Freilassung Mangiones zu haben.

Er wurde nach dem mutmaßlichen Befreiungsversuch Mangiones wegen Amtsanmaßung eines FBI-Agenten angeklagt und sollte dem Bericht zufolge am Donnerstag vor Gericht erscheinen.

Sympathiebekundungen für den mutmaßlichen Schützen

Nach seiner Verhaftung erfuhr Mangione eine Welle der Unterstützung aus der Bevölkerung. Zahlreiche Menschen trugen etwa laut der New York Times zu seinem Verteidigungsfonds bei und schickten ihm Briefe, Bücher sowie persönliche Fotos ins Gefängnis. Hintergrund der ungewöhnlichen Sympathiebekundungen ist die anhaltende Kritik am teuren amerikanischen Gesundheitssystem, für das der Getötete in den Augen einiger Kritiker stand.

Mangione ist nun sowohl vor einem Bundesgericht als auch vor einem Gericht des Bundesstaates New York wegen Mordes angeklagt. US-Justizministerin Pam Bondi hatte die Todesstrafe für ihn gefordert. Mangione hatte indes in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert.