Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat eine umfassende Erweiterung des staatlichen Wohnungsbauprogramms „Minha Casa, Minha Vida“ (Mein Haus, mein Leben) angekündigt, wie die Zeitung Folha de S.Paulo berichtet. Ziel sei es, noch mehr einkommensschwachen Familien Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu verschaffen.
Das Programm, das Lula 2009 ins Leben gerufen hatte, wurde nach dem erneuten Amtsantritt des Politikers von der Arbeiterpartei (PT) im Jahr 2023 reaktiviert und schrittweise ausgebaut.
Subventionen und günstige Kredite
Das Ministerium für Städte betonte, „Minha Casa, Minha Vida“ sei ein zentrales Instrument zur Bekämpfung des Wohnungsdefizits. Die Regierung Lula hat das Programm gegenüber der Vorgängerregierung unter Jair Bolsonaro, die es in „Casa Verde e Amarela“ (Grün-gelbes Haus) umbenannt hatte, wieder auf die ärmsten Bevölkerungsschichten ausgerichtet.
„Minha Casa, Minha Vida“ unterteilt Begünstigte in verschiedene Einkommenskategorien. Familien mit dem geringsten Einkommen erhalten die höchsten Subventionen und zahlen teils nur symbolische Raten. Für mittlere Einkommensgruppen stehen vergünstigte Finanzierungen über staatliche Banken zur Verfügung. Neben dem sozialen Nutzen soll das Programm laut Regierungsangaben auch die Bauwirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen.
Kritik an Stadtrandlage und Kosten
Fachleute bemängeln, dass viele der gebauten Siedlungen an der städtischen Peripherie liegen und es an Infrastruktur wie öffentlichem Nahverkehr, Schulen und Gesundheitseinrichtungen fehle. Zudem stellen Experten die langfristige Finanzierbarkeit des Programms angesichts der angespannten Haushaltslage Brasiliens infrage.
Lula bezeichnete den Wohnungsbau dennoch als eine der wichtigsten Säulen seiner Sozialpolitik. In Brasilien finden 2026 am 4. Oktober allgemeine Wahlen für den Präsidenten, den Kongress sowie die Gouverneure und Parlamente der Bundesstaaten statt.

