Nahost-Krieg

Luftangriffe auf Petrochemie-Anlagen: Schwere Schäden an Irans wichtiger Industriezone

US-israelische Angriffe treffen Irans wichtige Industriezone Mahschahr. Der Iran meldet Verletzte und ordnet eine vollständige Evakuierung der Industrieanlagen an.

Der Petrochemiekomplex von Mahshahr ist bei Luftangriffen schwer beschädigt worden.
Der Petrochemiekomplex von Mahshahr ist bei Luftangriffen schwer beschädigt worden.UPI Photo/imago

Bei Luftangriffen auf die Sonderwirtschaftszone für Petrochemie im iranischen Mahschahr sind nach Angaben iranischer Staatsmedien mindestens fünf Menschen verletzt worden. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf den stellvertretenden Gouverneur der Provinz Chusestan, Valiollah Hayati, dass die Wahrscheinlichkeit weiterer Opfer, darunter auch Todesopfer, „sehr hoch“ sei. Das volle Ausmaß der Schäden sei noch unklar.

Laut Tasnim schlugen drei Geschosse in der Zone ein und verursachten heftige Explosionen. Getroffen wurden demnach die Petrochemieunternehmen Fadschr 1 und 2, Ridschal und Amirkabir. Auch der Bandar-Imam-Petrochemiekomplex innerhalb der Zone wurde laut der Agentur AP beschädigt. Die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den Revolutionsgarden nahesteht, bestätigte mehrere Explosionen auf dem Gelände. Daraufhin wurde laut Tasnim die vollständige Evakuierung aller aktiven Industrieeinheiten in der Region angeordnet.

Mahschahr ist eine Hafenstadt in der Provinz Chusestan nahe der irakischen Grenze. Ebenfalls angegriffen wurde der strategisch wichtige Grenzübergang Schalamtscheh in Chorramschahr, einer der zentralen Übergänge für Handel und Personenverkehr zwischen dem Iran und dem Irak. Dort seien schwere Schäden entstanden, wie Tasnim berichtet.

Stromausfälle in der Nacht in Tel Aviv

Israels Armee meldete laut dpa eigene Luftangriffe auf Infrastruktur der iranischen Führung in Teheran, darunter Anlagen zur Luftabwehr und Waffenproduktion. Zu den Angriffen auf Mahschahr wollte sich die israelische Armee nicht äußern.

Gleichzeitig trafen iranische Raketen in der Nacht ein Industriegebiet in der israelischen Negev-Wüste, wo ein Brand ausbrach. In der Stadt Rosch Haajin im Großraum Tel Aviv kam es laut israelischen Medien zu Stromausfällen, nachdem eine Hochspannungsleitung beschädigt wurde. In mehreren Vororten Tel Avivs entstanden Schäden. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete einen leicht verletzten Mann.

Eskalationsspirale zwischen Israel und dem Iran

Die Explosionen und Luftangriffe auf die petrochemische Sonderwirtschaftszone in Mahschahr sowie die gegenseitigen Angriffe zwischen Iran und Israel stehen im Kontext einer sich verschärfenden militärischen Konfrontation im Nahen Osten. Mahschahr gilt als eines der wichtigsten industriellen Zentren des Irans und ist ein zentraler Knotenpunkt für den Export von Öl‑ und Chemieprodukten, was die strategische Bedeutung der Angriffe unterstreicht, wie Reuters berichtet.

Gleichzeitig haben laut AP israelische Luftschläge auf iranische Anlagen in der Hauptstadt Teheran und Raketenangriffe des Irans auf Ziele in Israel inklusive Schäden an ziviler Infrastruktur die Spannungen weiter verschärft. Beobachter aus internationalen Sicherheitskreisen warnen davor, dass eine Eskalation über begrenzte Militäraktionen hinaus das Risiko einer breiteren regionalen Auseinandersetzung birgt, mit gravierenden Folgen für Energiepreise und globale Lieferketten, so Reuters und CNN.