Politik

Linke enthält sich bei Rentenpaket: Mehrheit im Bundestag rückt näher

Seit Wochen streitet die Politik über das schwarz-rote Rentenpaket. Nun gibt es eine gute Nachricht für die Regierungskoalition.

Heidi Reichinnek (Linke) will eine Stabilisierung des Rentenniveaus.
Heidi Reichinnek (Linke) will eine Stabilisierung des Rentenniveaus.John MacDougall/AFP

Im andauernden Streit um das Rentenpaket von der schwarz-roten Regierungskoalition hat die Linksfraktion am Mittwoch angekündigt, sie werde sich bei der Abstimmung über das Vorhaben am Freitag enthalten.

Damit würde die nötige Mehrheit für die Annahme rechnerisch von 316 Abgeordneten auf nur noch 252 sinken. Folglich könnte das Rentenpaket selbst bei dutzenden Abweichlern in der schwarz-roten Regierungsmehrheit durchgehen.

Linke kritisiert „Machtspielchen auf dem Rücken von Millionen Rentnern“

Die Linke befürchtet offenbar, dass das Rentenniveau bei einem Scheitern dauerhaft unter die in dem Regierungsentwurf vorgesehenen 48 Prozent des Durchschnittseinkommens sinkt. „Wir werden nicht akzeptieren, dass das Rentenniveau noch weiter gedrückt wird, und haben uns als Fraktion deshalb entschlossen, uns bei der voraussichtlich am Freitag anstehenden Abstimmung zum Rentenpaket der Regierung zu enthalten“, erklärte die Linken-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek. „An uns wird es somit nicht scheitern, dass das Rentenniveau stabilisiert wird.“

In der Union stemmen sich seit Wochen junge Abgeordnete gegen die Regierungspläne zur Stabilisierung des Rentenniveaus. Sie argumentieren, dass diese Kosten die künftigen Generationen übermäßig belasteten. Am Dienstag fand eine Probeabstimmung bei CDU und CSU im Bundestag statt, bei der nach Angaben aus Fraktionskreisen rund 15 Abgeordnete gegen die Rentenvorlage stimmten. Damit hätte die Koalition keine Mehrheit, wenn die Opposition geschlossen dagegen stimmen würde Am Dienstag kündigte ein erstes Mitglied der Jungen Gruppe an, doch für das Rentenpaket zu stimmen. Die anderen ließen die Absichten offen oder erklärten, weiterhin dagegen zu sein.

Die Union und insbesondere die Junge Gruppe von CDU und CSU hätten „in den letzten Wochen ein Machtspielchen auf dem Rücken von Millionen Rentnerinnen und Rentnern im ganzen Land ausgetragen“, erklärte Reichinnek.

Bei der Sendung „Hart aber Fair“ am Montagabend stellte Reichinnek klar: „Wir sind nicht die Mehrheitsbeschaffer einer Regierung, die die ganze Zeit miteinander streitet.“ Weiter sagte sie: „Es ist absolut schäbig, dass die Union den Rentnerinnen und Rentnern nicht einmal die Butter auf dem Brot gönnt.“ Dass nach den umstrittenen Regierungsplänen zumindest das Rentenniveau bei 48 Prozent stabilisiert werden solle, sei „wirklich das absolute Minimum“. Die Linke fordert demnach eine Anhebung auf 53 Prozent.